Produkte zurückgezogen
Tinte in Nestle-Babymilch gefunden

Der Nahrungsmittelkonzern Nestle hat in vier europäischen Ländern Baby-Milch wegen Verunreinigung mit Tinte vom Markt genommen.

HB ROM/ZÜRICH. Die italienische Polizei hat nach Behördenangaben vom Dienstag rund 30 Millionen Liter der Babymilch des Schweizer Konzerns wegen der Verunreinigung beschlagnahmt. In der Nestle-Konzernzentrale in der Schweiz hiess es dagegen, von einer Beschlagnahmung sei nichts bekannt. Nestle habe aber eine Rückruf-Aktion für höchstens zwei Millionen Liter der Säuglingsnahrung in die Wege geleitet. Auch in Frankreich, Spanien und Portugal gebe es Rückrufe für sehr viel kleinere Mengen, so Nestle-Sprecher Francois-Xavier Perroud. Andere Länder seien nicht betroffen.

Tests hätten Spuren einer Verpackungs-Substanz in der Milch ergeben, deren mögiche Gesundheitsgefährdung noch nicht unmittelbar habe geklärt werden können, so die Polizei weiter. Dem Nestle-Konzern zufolge stellen die festgestellten Mengen an Isoprobil Thio Xantone (ITX) kein Gesundheitsrisiko dar. Es gehe um die Marken Nidina 1 und Nidina zwei sowie Latte Mio. Der italienische Landwirtschaftsminister Gianni Alemanno forderte eine Untersuchung möglicher Gesundheitsrisiken für Babies, die über längere Zeit mit der flüssigen Nestle-Milch gefüttert wurden.

Die Verunreinigung hat mit den Aufschriften auf den Milchpackungen zu tun. Die Tinte der Tetrapacks habe nicht dem gewünschten Standard entsprochen, sagte Perroud weiter. Die Tinte habe mit dem Milchfett zu einer chemischen Reaktion geführt.

Den von den italienischen Behörden genannten Zahlen sowie einer Beschlagnahmung in Italien widersprach Perroud. „Meines Wissens gibt es keine Beschlagnahmung.“ Der Sprecher sagte zudem, „es sind nicht 30 Mill. Liter flüssiger Säuglingsmilch auf dem Markt“. Nestle habe die Verpackungen inzwischen umgestellt, so der Konzernsprecher weiter. Wesentliche Auswirkungen auf das Konzernergebnis durch die Rückruf-Aktionen seien nicht zu erwarten.

Die gleiche Substanz ITX war zuvor schon in zwei Mill. Litern Babymilch von Nestle festgestellt worden, die am 9. November in Italien beschlagnahmt worden waren. Nach der Aktion vom 9. November würden nun im ganzen Land die fraglichen Produkte beschlagnahmt, sagte ein Polizeisprecher. Lager und Supermärkte und selbst Transportfahrzeuge würden überprüft. Die Nestle-Aktie kam an der Schweizer Börse etwas unter Druck und notierte am Nachmittag an der leicht festeren Börse 0,5 Prozent im Minus bei 396,25 sfr. Sie stand aber über dem Tagestief von 393,50 sfr.

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