Produktion ab 2008
VW baut neuen Mittelklasse-Wagen in Emden

Volkswagen hat angekündigt, vom Jahr 2008 an ein neues Fahrzeug der oberen Mittelklasse in Emden zu bauen. Voraussetzung dafür ist ein Sparpaket, dass der Konzern den Mitarbeitern abgerungen hat.

HB FRANKFURT. Werksleitung, Betriebsrat und die IG Metall hätten sich auf ein Tarifpaket mit einem Sparvolumen von 80 Millionen Euro verständigt und damit den Weg zur Fertigung eines solchen Fahrzeugs freigemacht, teilte Europas größter Autohersteller am Mittwoch in Wolfsburg mit.

Die genauen Spezifikationen des Autos würden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Es könnte sich um eine Coupe-Variante des Passat handeln. Gegenwärtig fertigt Volkswagen in Emden jährlich rund 200.000 Passat.

Die Beschäftigten behalten den Angaben zufolge ihre Wochenarbeitszeit von 28,8 Stunden nach dem VW-Haustarif bei, verteilen diese jedoch künftig auf fünf statt vier Arbeitstage. Zudem verzichten sie auf einige Kurzpausen. Finanzielle Einbußen müssen sie damit nicht in Kauf nehmen. VW spart allerdings durch die Entzerrung der Arbeitszeiten Schichtzuschläge. Zugleich soll der Konzern von einer Reduzierung der Fertigungszeit im Werk Emden profitieren sowie von einer schlankeren Struktur in Verwaltung und Management. Auch werde die Logistik verbessert, hieß es.

Am 26. September hatte der VW-Vorstand nach Verhandlungen mit Gesamtbetriebsrat und der IG Metall die Vergabe des neuen Fahrzeugmodells für Emden grundsätzlich zugesagt - allerdings unter der Bedingung, dass eine wirtschaftliche Fertigung möglich ist.

Erst vor wenigen Wochen hatten sich Arbeitnehmervertreter und VW-Vorstand auch für Wolfsburg auf Einsparungen verständigt und damit im Stammwerk die Produktion des geplanten neuen Geländewagens auf Golf-Basis gesichert. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard hatte der Belegschaft dabei allerdings deutliche Zugeständnisse abgerungen. Das Geländefahrzeug auf Basis des Golf wird von der günstigeren Tochter Auto 5000 GmbH gefertigt, womit der Konzern in Wolfsburg weiter von seinem Haustarif abrückt. Mehr als 1000 Arbeitsplätze sollen so im Stammwerk gesichert werden. Das Management hatte zuvor gedroht, ohne ein deutliches Entgegenkommen der Belegschaft den Geländewagen in Portugal zu niedrigeren Kosten bauen zu lassen.

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