Produktion in Brasilien lohnt nicht
Der nächste VW Fox wird wohl ein Europäer

Mit dem Fox hat VW erstmals seit Jahren wieder ein Auto unter 10 000 Euro im Programm. So recht glücklich sind die Wolfsburger mit dem Kleinwagen aber nie geworden, gleichwohl er sich gut verkauft. Ein ungünstiger Wechselkurs frisst den ohnehin kärglichen Gewinn auf – denn der Fox wird in Brasilien produziert. Das Nachfolgemodell dürfte dieses Probleme nicht mehr haben.

HB HANNOVER. Es werde geprüft, wo die Autos künftig produziert würden, sagte ein VW-Sprecher am Dienstag. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Der Fox werde für den örtlichen Markt aber auch weiterhin in Brasilien produziert, betonte der VW-Sprecher und stellte damit einen Bericht der „Autozeitung“ klar.

Das Blatt hatte vorab über ein Interview mit VW-Chef Bernd Pischetsrieder berichtet, wonach das kleinste VW-Modell künftig nicht mehr in Brasilien gebaut werde. Das sei eine Fehlinterpretation, sagte der VW-Sprecher. Pischetsrieder habe sich auf die Importe aus Brasilien nach Europa bezogen. Diese sind durch den Wechselkurs des brasilianischen Real zum Euro sehr teuer. Die Kursentwicklung des Real sorgte zuletzt dafür, dass die Gewinnmargen des Fox beim Import nach Europa aufgezehrt wurden. Den Fox gibt es ab 9 150 Euro.

Die Basis für ein neues preisgünstiges Einstiegsmodell könnten auch die in Europa produzierenden Konzerntöchter Skoda oder Seat liefern, sagte der VW-Chef der Zeitschrift. „Das ist eine Option, die wir derzeit prüfen.“ Aus Kostengründen sei es sinnvoll, möglichst viele technische Komponenten konzernübergreifend für einen solchen Kleinwagen einzusetzen.

Pischetsrieder zufolge wäre auch für Skoda ein Auto unterhalb des Kleinwagens Fabia eine logische Weiterentwicklung, „weil ich glaube, dass die Marke auch in diesem Segment sehr erfolgreich sein kann“. Der Fabia entspricht von der Größe her etwa dem VW Polo.

Der Fox bringt Geld

Bereits seit längerem gibt es im Umfeld des Wolfsburger Unternehmens Gerüchte, dass eine Produktion des Fox in Europa erwogen wird, um die unter hohen Überkapazitäten leidenden Werke besser auszulasten. Allerdings kämpft VW auch in Brasilien mit Überkapazitäten. Im Zuge der Restrukturierung sollen in Brasilien 6 000 der über 21 000 Stellen in mehreren Werken wegfallen. Erst kürzlich war ein Streik geendet, mit dem die dortigen VW-Werker hohe Abfindungen herausgehandelt haben.

Ende September hatte der Vertriebsvorstand der Marke Volkswagen, Michael Kern, Spekulationen dementiert, dass der Fox nur mit Verlust in Europa verkauft werde. „Wir verdienen mit dem Fox in Südamerika gutes Geld. In Europa bleibt auch was hängen“, hatte er gesagt. In den ersten acht Monaten hatte der weltweite Absatz des im Frühjahr 2005 in Europa gestarteten Fox um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt.

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