Produktion in Osteuropa und Mexiko
Lego baut seine Steine künftig billiger

Der Spielwarenhersteller Lego will fast seine gesamte Produktion verlagern. Dieser Aktion fallen rund 1200 Arbeitsplätze zum Opfer.

HB MÜNCHEN/BILLUND. Die Produktion werde künftig von dem Auftragshersteller Flextronics aus Singapur übernommen, teilte die Lego Group am Dienstag in Billund und München mit.

Betroffen von der Entscheidung seien Standorte in den USA, Dänemark und Tschechien. Lego kämpft mit Nachfragerückgängen bei seinen Traditionsreichen Bauklötzen. Mit dem Schritt wolle man sich stärker auf die strategischen Schwerpunkte Innovation und Marketing fokussieren, hieß es.

Die Produktion in Enfield (Connecticut) werde im Laufe des ersten Quartals 2007 zu Flextronics in Mexiko verlagert, hieß es. Davon seien 300 Beschäftigte betroffen. Die dänische Produktion in Billund gehe zudem schrittweise zwischen 2007 und 2010 an Flextronics in Osteuropa. Dabei solle die Herstellung der technisch anspruchsvollen Elemente von Lego Technic und Bionicle in Billund bleiben. Von den bisher 1200 Produktionsmitarbeitern würden künftig noch 300 in Dänemark weiterbeschäftigt, hieß es.

Bereits zum 1. August dieses Jahres werde Flextronics zudem die Produktion des bisherigen Lego-Werkes im tschechischen Kladno übernehmen. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin will das asiatische Unternehmen die dortigen Beschäftigten zu den gleichen Konditionen weiterbeschäftigen. Die Produktlinie Lego Duplo werde bereits von Flextronics in Ungarn hergestellt, hieß es.

Die Auslagerung sei wesentlicher Schritt des bereits seit 2003 anhaltenden Restrukturierungsprozesses, hieß es. Die Zahl der Lego- Mitarbeiter reduziere sich mit Abschluss der Maßnahmen von einst 8300 im Jahr 2003 auf dann weltweit 3000. Deutschland sei von den Maßnahmen nicht betroffen, sagte die Unternehmenssprecherin.

Auch der bereits 2005 vollzogene Verkauf der Legoland-Parks sowie die Auslagerung der Distribution und die Produktionsschließung in der Schweiz in diesem Jahr seien Bestandteile der Neuaufstellung. „Wir sehen die ersten Auswirkungen des neuen Business-Plans, der vorsieht, das traditionelle und integrierte Modell in ein partnerschaftlich organisiertes Modell umzuwandeln“, sagte Lego-Chef Jørgen Vig Knudstorp.

Im vergangenen Jahr hatte Lego nach langer Durststrecke erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Vorsteuergewinn belief sich auf 702 Millionen Kronen gegenüber einem Verlust von 1,7 Milliarden Kronen im Vorjahr. Der Umsatz legte um 12 Prozent auf 7,1 Milliarden Kronen zu. Flextronics ist einer der weltweit führenden Auftragsproduzenten, der sich vor allem auf Elektronik spezialisiert.

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