Produktion
Saab-Eigner Spyker demonstriert Optimismus

Spyker-Chef: Die Lage in der Produktion wird sich schon bald stabilisieren. Mit der großen Mehrheit der Zulieferer sind bereits Einigungen über eine kontinuierliche Bauteil-Versorgung erzielt worden.
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AmsterdamTrotz der neuen Schwierigkeiten beim angeschlagenen Autohersteller Saab hat sich der niederländische Unternehmenseigner Spyker zuversichtlich gezeigt. Die Lage vor allem in der Produktion werde sich schon bald stabilisieren, sagte Spyker-Chef Victor Muller am Donnerstag. Mit der großen Mehrheit der Zulieferer seien bereits Einigungen über eine kontinuierliche Bauteil-Versorgung erzielt worden. Er sei zuversichtlich, in den kommenden Tagen Vereinbarungen mit den verbleibenden Zulieferern zu treffen. Bei Saab standen die Bänder unterdessen den dritten Tag in Folge still.

Das mit akuter Finanznot kämpfende Traditionsunternehmen hatte seine Herstellung schon im April und März die meiste Zeit ruhen lassen müssen, weil Zulieferer den Schweden keine Bauteile mehr schickten. Dieses Mal würden die Bänder nicht Wochen, sondern nur Tage stillstehen, betonte Muller am Donnerstag. "Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass es in naher Zukunft noch zu Beeinträchtigungen in der Produktion kommt." Der schwedische Zulieferer-Verband erklärte, Saab habe wohl nur Probleme mit einigen wenigen Unternehmen - wohl vor allem Zulieferern aus dem Ausland.

Saab hatte erst am 27. Mai die Bänder wieder angefahren, als der chinesische Autohändler Pangda dem Unternehmen zur Seite gesprungen war. Trotz der Pangda-Finanzspritze kämpft Spyker weiter um frisches Geld. Eine Sprecherin sagte am Mittwoch, Saab habe sich aber einen bei der EU-Förderbank EIB beantragten Kredit über 29 Millionen Euro nicht sichern können. Spyker-Aktien gaben in Amsterdam rund 3,5 Prozent nach.

Mit den neuen Schwierigkeiten steht die Zukunft von Saab abermals infrage. Die Automanufaktur Spyker hatte Saab Anfang 2010 dem damals strauchelnden US-Konzern General Motors abgekauft und so ein Ende der Kultmarke verhindert. Doch nun werden erneut Zweifel laut: "Wir hatten wirklich die falsche Hoffnung, dass die Übernahme durch Spyker das Unternehmen in seinen Grundzügen ändern könnte", sagte Kelly Odell von der Beraterfirma Think Tank Management. "Aber wenn einer der weltweit größten Autobauer es nicht zum Laufen bekommen hat, wie sollte einer der kleinsten es schaffen?" Am Donnerstag sorgten unterdessen Medienberichte für Aufregung, dass die ehemalige Saab-Mutter GM erneut einen Verkauf der deutschen Tochter Opel erwäge.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Seit kurzem bin ich im Besitz der neuen SAAB Limousine 9-5 (Linear). Ich bin komplet begeistert. Das Auto zeichnet sich sowohl optisch, wie im Fahrverhalten von grosser Eleganz aus. Es wird hoffentlich bald mehr auf den Strassen zu sehen sein. Leider sind die Verkaufszahlen zur Zeit absolut im Keller. Ist auch kein Wunder bei dauernder negativer Berichterstattungen. Trotzdem bin ich sehr zuversichtlich, dass der Hersteller überlebt.

  • Hallo!
    Einen blödsinnigeren Kommentar konnte die Beraterfirma (Kelly Odell) wohl nicht abgeben - jedermann weiß, dass GM die Marke SAAB hat ausbluten lassen. Als Argument die Größe eines Unternehmens herzunehmen und daraus dann eine gewisse Kompetenz abzuleiten paßt gerade im Falle GM überhaupt nicht!

    A.R.

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