Produktion soll 2008 starten
Saudis planen Solarfabrik im Harz

Eine Gruppe saudi-arabischer Investoren plant eine Produktionsanlage für Solarmodule in Deutschland. Nach Handelsblatt-Informationen soll entweder in Thüringen oder in Niedersachsen eine entsprechende Fabrik errichtet werden, in der in einer Anfangsphase rund 700 Mitarbeiter beschäftigt sein sollen. Doch wie seriös die Absicht der Investoren ist, lässt sich nur schwer einschätzen.

ZÜRICH. Das Investitionsvolumen liegt bei mehr als 450 Mill. Euro. Auftraggeber ist die API Petrochemische Industrieanlagen GmbH, hinter der saudische Investoren stehen sollen. Den Auftrag zur schlüsselfertigen Lieferung des Werks hat das Schweizer Industrieunternehmen Oerlikon erhalten.

Als möglicher Standort ist neben Thüringen das niedersächsische Clausthal-Zellerfeld im Gespräch. Nach Auskunft des dortigen Bürgermeisters Walter Lampe handelt es sich um ein „seriöses Projekt“, das unmittelbar vor der Realisierung steht. Entscheidend für die Standortfrage sei die Fördermöglichkeit. Lampe hat darüber bereits mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Walter Hirche gesprochen, der das Projekt ebenfalls gutheißt. „Der erste Eindruck ist positiv“, sagte Hirche. Seine Behörde will allerdings zunächst „belastbare Unterlagen“ sehen, bevor sie über Fördermöglichkeiten entscheiden könne. Viel dürfte Niedersachsen im Vergleich zum ostdeutschen Thüringen in dieser Hinsicht allerdings nicht zu bieten haben. Bürgermeister Lampe hofft deswegen auf die Attraktivität des Standorts, die er aus der Nähe zur Technischen Universität in Clausthal-Zellerfeld herleitet. Ein Gelände sei bereits reserviert, sagt Lampe.

Wie seriös die Absicht der Investoren ist, lässt sich schwer einschätzen. Api selbst dürfte nicht in der Lage sein, das Projekt voran zu treiben. Das Unternehmen ist eine GmbH, die erst im vergangenen Jahr im hessischen Offenbach gegründet wurde. Geschäftsführer ist der 55jährige Ekram Saleh. „Unser Business-Plan ist zu 99 Prozent fertig. Wir wollen im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen, im Jahr 2008 soll die Fabrik stehen“ versichert Saleh im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Projekt sei durch und durch seriös finanziert, betont Saleh, schließlich habe er eine saudi-arabische Investorengruppe hinter sich, die in den „Zukunftsmarkt Dünnschicht-Solar“ einsteigen wolle. Dies bestätigt auch das Schweizer Industrieunternehmen Oerlikon.

Dort sieht man den Auftrag bereits als sicher an. Hintergrund der starken Nachfrage nach Produktionseinheiten für Dünnschicht-Solarmodule mit so genanntem amorphen Silizium sind die Vorteile dieser Technik gegenüber konventionellen Verfahren. Im Vergleich zu konventionellen Solarzellen, die aus reinem Silizium gefertigt werden müssen, braucht die Dünnschicht-Technik nur ein Zweihundertstel des Rohmaterials und ist entsprechend günstiger. Zudem können größere Flächen vollautomatisch zu Solarmodulen verarbeitet werden. Unter dem Strich führt dies dazu, dass die Energiekosten für die Herstellung bis zu 40 Prozent niedriger sind als bei bisherigen Solarzellen.

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