Produktion steht, Vertrieb läuft weiter
Agfa droht die Zerschlagung

Der insolventen Agfa Photo GmbH droht nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter die Zerschlagung. Verdacht schöpfen sie, weil nur ein Teil der Konzerngesellschaften beim Kölner Amtsgericht das Insolvenzverfahren beantragt hat.

tak LEVERKUSEN. „Lediglich die für die Produktion verantwortlichen Unternehmensteile sind insolvent“, sagte Frank Löllgen, Bezirksleiter der IG Bergbau, Chemie, Energie und Aufsichtsratsmitglied der Agfa Photo GmbH, gestern in Leverkusen. Zur Produktionstochter, für die am 20. Mai die Insolvenz beantragt wurde, gehören 2 400 Mitarbeiter, verteilt auf das Leverkusener Stammwerk und vier weitere Produktionsstätten in Deutschland. Die Agfa-Photo-Holding dagegen, in deren Besitz sich die Markenrechte und der Maschinenpark befinden, sei von der Insolvenz nicht betroffen und könne weiter ungehindert im Markt agieren.

Von der Insolvenz ebenfalls nicht betroffen ist die Vertriebsgesellschaft Agfa-Photo Germany GmbH. Auch die übrigen 32 Ländervertriebsgesellschaften wurden nicht beim Amtsgericht als insolvent gemeldet. Über diese Firmen könnte die Marke Agfa daher ohne Einschränkung weiter genutzt werden.

Erst im vergangenen November war Agfa Photo aus dem belgischen Bildtechnikkonzern Agfa-Gevaert ausgegliedert worden und als eigenständige GmbH für 112 Mill. Euro an Finanzinvestoren und das Management verkauft worden. Als aussichtsreiche Geschäftsfelder galten Entwicklungsmaschinen für Großlabore, bei denen Agfa Photo Marktführer ist.

Bei der Ausgründung übertrug Agfa-Gevaert den Maschinenpark im Wert von 175 Mill. Euro an die Agfa-Photo-Holding, die ihrerseits einen Kaufpreis von 112 Mill. Euro in Form von Leasingraten zahlen sollte. Diese Zahlungen wird die Agfa-Photo-Holding auch weiterhin leisten können. Ihre Einnahmen stammen nämlich aus der Weitervermietung der Labormaschinen an Drogerien und Fotoketten, die von der Insolvenz unberührt ist.

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