Produktion wird zeitweise ausgesetzt
Chrysler verlängert Weihnachtsferien in USA

Auch 2007 können die großen US-Autobauer auf ihrem Heimatmarkt keine höhere Fahrzeug-Nachfrage erwarten. Chrysler wird einem Zeitungsbericht zufolge wegen seiner hohen Lagerbestände jetzt sogar die Weihnachtsferien an mehreren Standorten verlängern.

HB NEW YORK. Wie das „Wall Street Journal“ am Donnerstag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtete, sollen die Arbeiten in den betroffenen Chrysler-Werken über die Weihnachtsfeiertage bis zu vier Wochen lang ruhen. Dadurch sollten die wegen einer schwachen Nachfrage angewachsenen Bestände bei den Händlern auf ein normales Niveau reduziert werden. Eine Sprecherin von DaimlerChrysler in Stuttgart wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Die Produktionspause könnte sich dem Blatt zufolge auf den Umsatz von Chrysler auswirken, da dieser von den Lieferungen an die Händler abhänge. Betroffen seien unter anderem Werke in den US-Bundesstaaten Michigan und Delaware. Chrysler werde noch am Donnerstag ankündigen, dass sein Bestand an Fahrzeugen ohne feste Händlerbestellungen auf weniger als 20 000 gesunken sei, berichtete die Zeitung weiter. Anfang des Jahres hatte Chrysler noch bis zu 100 000 solcher Fahrzeuge auf Lager. Chrysler werde zudem bekannt geben, dass seine Händler am Jahresende rund 525 000 Autos vorrätig hätten. Damit hätte Chrysler einen Bestand von insgesamt rund 545 000 Fahrzeugen.

Keine Verschnaufpause für US-Autobauer

Und die Aussichten bleiben trübe. Der Absatz an Pkw und leichten Nutzfahrzeugen werde in den USA im nächsten Jahr voraussichtlich um 1,2 Prozent auf 16,2 Mill. Fahrzeuge sinken und damit ein Neun-Jahres-Tief erreichen, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen CSM Worldwide in einer aktuellen Studie. Für das laufende Jahr werden 16,4 Mill. verkaufte Fahrzeuge erwartet. Für den Rückgang macht CSM die Rabattschlacht der US-Autobauer in den vergangenen Jahren verantwortlich. Dadurch hätten viele Konsumenten ihre Auto-Käufe vorgezogen.

CSM erwartet, das Marktführer GM als Teil seiner Sanierung künftig keine hohen Rabatte mehr gewähren wird, um seine Profitabilität zu steigern. In den vergangenen Jahren haben sich die US-Verbraucher jedoch an Preisabschläge in Höhe von mehreren tausend Dollar gewöhnt. Experten rechnen daher damit, dass ein Ende der Preisnachlässe die Nachfrage weiter drücken dürfte. Für GM und Ford werden daher weitere Marktanteilsverluste erwartet. Im Gegensatz dazu werde Daimler-Chrysler seinen Marktanteil voraussichtlich leicht auf 14,7 Prozent steigern können, hieß es. Während die Marke Mercedes-Benz derzeit Verkaufsrekorde einfährt, leidet die US-Schwester Chrysler unter einer verfehlten Modellpolitik und schreibt rote Zahlen. Die Markengruppe mit den Marken Chrysler, Jeep und Dodge will im nächsten Jahr mehrere neue Modelle auf den US-Markt bringen.

Der japanische Konkurrent Toyota werde seine Erfolgsfahrt fortsetzen und seinen Marktanteil 2007 dank neuer Modelle um einen ganzen Prozentpunkt auf 16,3 Prozent ausbauen können, erwarten die Analysten von CSM.

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