Produktionsauslagerung möglich
MTU Aero denkt ans Auswandern

Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines erwägt zur Kostensenkung Teile seiner Produktion nach Zentraleuropa zu verlagern. Für die Arbeiter am Münchner Standort könnte das Einschnitte bedeuten. Dabei geht es dem Unternehmen gar nicht so schlecht.

HB MÜNCHEN. „Wir denken zunächst über einen kleinen Standort mit 100 bis 200 Mitarbeitern nach“, sagte MTU-Aero-Chef Udo Stark am Dienstagabend in München. Wo der Standort angesiedelt werden solle, stehe noch nicht fest.

Angepeilt sei der Produktionsstart für 2009. Zum Teil soll damit die Produktion einfacherer Triebwerksteile vom Firmensitz München abgezogen werden. Die Fertigung hochwertiger Produkte solle jedoch in der Landeshauptstadt bleiben, ebenso wie das Gros der Mitarbeiter, sagte Stark. Durch die Verlagerung würden zwar auch Arbeitsplätze von München abgezogen, aber nicht in der Höhe wie die Produktion im Ausland aufgebaut würde.

Im Zuge des Sparpakets „Impact 06“ hatte MTU Aero zuletzt die Streichung von bis zu 300 Stellen bekannt gegeben, die vor allem in der Verwaltungszentrale wegfallen sollen. Insgesamt beschäftigt MTU Aero 6800 Mitarbeiter. 4000 Angestellte hat MTU in München, die Hälfte davon in der Produktion. Um weiter wachsen zu können, müsse der Konzern investieren und zugleich Kosten sparen, betonte Stark. Er kritisierte, dass Gespräche mit Gewerkschaften und Betriebsrat über eine Verlängerung der derzeitigen Arbeitszeiten von 35 Stunden gescheitert seien. Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland sei nicht zu vermeiden. 90 Prozent der Wertschöpfung sei in Deutschland, das sei zu viel.

Den Rotstift setzt der Flugzeugzulieferer trotz steigender Gewinne an. Mehrmals erhöhte MTU in diesem Jahr seine Prognosen: Operativ will MTU Aero mit 310 Mill. Euro gut 30 Prozent mehr verdienen als im vergangenen Jahr. „Wir gehen davon aus, die Zielsetzung zu erreichen“, sagte Stark. Auch für das kommende Jahr versprach Stark weitere Zuwächse. Im lukrativen Instandhaltungsgeschäft würden diese im zweistelligen Prozentbereich liegen. Im Geschäft mit Original- sowie Ersatzteilen soll das Plus im höheren einstelligen Prozentbereich liegen.

Um das Geschäft weiter auszubauen, will MTU Aero seine Partnerschaft mit GE zur Produktion des Militärjet-Triebwerks F414 ausbauen. „In den nächsten Monaten wird es dazu ein Ergebnis geben“, sagte Stark. MTU Aero hatte sich im Juli mit 2,5 Prozent an dem F414 als so genannter Risk- und Revenue-Sharing-Partner beteiligt und damit in den lukrativen amerikanischen Rüstungsmarkt eingestiegen. Da sich MTU auch an anderen Programmen beteiligen will und die Möglichkeit an einem Nachfolgemodell für den Airbus A320 sieht, käme zu dem üblichen Investitionsvolumen von 70 bis 80 Mill. Euro eine höhere zweistellige Millionen-Euro-Summe hinzu. Die MTU-Aero-Aktie legte am Mittwoch in einem freundlichen Gesamtmarkt um 1,53 Prozent auf 31,27 Euro zu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%