Produktionskürzungen: Jetzt fährt auch Porsche zurück

Produktionskürzungen
Jetzt fährt auch Porsche zurück

Ganz ungewohnte Töne sind aus Zuffenhausen zu vernehmen: Porsche-Chef Wiedeking bereitet seine Mitarbeiter auf einen steinigen Weg vor und kündigt einschneidende Maßnahmen an. Sogar der erfolgsverwöhnte Stuttgarter Sportwagenbauer will nun in Folge der Krise seine Produktion zurückfahren.

HB MÜNCHEN. Zu Jahresbeginn hatte Porsche bereits mitgeteilt, dass die Verkaufszahlen in den USA im vergangenen Jahr um 25,2 Prozent auf 26 035 Fahrzeuge eingebrochen seien. Spätestens da dürfte der Belegschaft klar gewesen sein, dass die Absatzkrise der Branche auch sie trifft. Nun hat Vorstandschef Wendelin Wiedeking die Befürchtungen bestätigt.

In einem Schreiben an die Mitarbeiter teilt Wiedeking mit, worauf sie sich einstellen müssen. "Vor uns liegt ein steiniger Weg, von dem wir noch nicht wissen, wie lang er sein wird", zitiert die Fachzeitschrift "Automobilwoche" aus dem Brief. Deshalb müssten jetzt alle "den Gürtel etwas enger schnallen". Wiedeking räumt ein, dass er damit der Belegschaft "in den kommenden Monaten viel abverlangen" werde. Die Maßnahmen würden alle Unternehmensbereiche treffen.

Auf zwei Seiten erklärt der Porsche-Chef, wieso er keine Alternative sieht. "Lieber bauen wir ein Fahrzeug zu wenig als eines zu viel, das dann auf der Halde landet und unser Unternehmen langfristig belastet." Das bedeutet: Porsche kürzt die Produktion. Wiedeking sieht bei den Kosten "noch erhebliches Sparpotential, das wir heben wollen".

Die aktuellen Absatzzahlen zeigten, dass sich die Kunden in sämtlichen Marktregionen zunehmend in Kaufzurückhaltung üben, begründet Wiedeking die Maßnahmen. "Nach gut eineinhalb Jahrzehnten kontinuierlichen Wachstums ist das für uns alle eine ungewohnte Erfahrung."

Schon die Herbstzahlen zeigten eine Verschiebung: Zwar hatte Porsche das Geschäftsjahr 2007/2007 mit einem riesigen Gewinnsprung abgeschlossen und das mit Abstand beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte eingefahren. Erstmals war der Vorsteuergewinn höher als der Umsatz. Dazu trug aber im Wesentlichen die Beteiligung an Volkswagen bei.

Im Sportwagen-Geschäft hatte der Autobauer hingegen kein Wachstum erzielt. Vor Steuern verdiente Porsche rund eine Milliarde Euro, also etwa so viel wie ein Jahr zuvor. Porsche trete damit auf der Stelle, räumte ein Sprecher ein.

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