Produktionsrekord für 2005 angepeilt
Maschinenbauer im Glück

Von den drei großen deutschen Industriebranchen eilt allein der Maschinenbau von einem Rekord zum nächsten.

HB FRANKFURT. Während die Automobilindustrie zur Kostensenkung Tausende Stellen in Deutschland abbaut und die Elektroindustrie nur noch minimales Wachstum erwartet, haben die deutschen Maschinenbauer ihre Prognose für das laufende Jahr nach oben revidiert. Nach dem Boom in 2004 erwarten sie auch 2005 ein Rekordjahr mit einem Produktionsplus von 4 Prozent. Das gab der Branchenverband VDMA am Dienstag in Frankfurt bekannt. Bislang war der VDMA von 3 Prozent ausgegangen.

Ihre starke Konzentration auf das Auslandsgeschäft macht die Maschinenbauer unschlagbar: Mehr als sieben von zehn Maschinen werden in diesem Jahr in den Export gehen - Tendenz steigend. Dagegen halten sich die deutschen Kunden weiterhin zurück. Im bisherigen Jahresverlauf seien die Auftragseingänge im Inland um sechs Prozent gesunken, während sie im Ausland um sechs Prozent zulegten, teilte der VDMA mit.

„Die Maschinenbauer leben sehr bequem, weil sie sich von der schlechten Inlandskonjunktur losgelöst haben“, sagt Branchenkenner Andreas Scheuerle von der Deka-Bank. „Ihnen fehlt weitgehend der Bremsklotz Deutschland.“ Manche Firmen hängen nur noch zu zehn Prozent vom Heimatmarkt ab. Getragen vom Export kann die Branche in diesem Jahr voraussichtlich vier mal so stark zulegen wie die gesamte Wirtschaft mit maximal 1 Prozent Wachstum. Werkzeug-Maschinen sowie Bau- und Bergwerks-Maschinen sind weltweit besonders gefragt.

Während viele Branchen unter den hohen Ölpreisen stöhnen, blicken die Maschinenbauer mit einem lachenden und einem weinenden Auge darauf. „Unterm Strich sind die Rohstoffpreise für uns Last und Vorteil zugleich“, sagt der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Dieter Brucklacher. Lediglich 1 Prozent der Produktionskosten werden für Energie gezahlt. Dagegen profitieren die Firmen mit ihren High-Tech-Produkten plus Dienstleistungen stark vom Öl-Boom und der Nachfrage aus den Erdöl exportierenden Ländern. Zweistellige Zuwachsraten meldet der Verband beim Export nach Iran, Saudi-Arabien oder Russland. Der schwache Dollar kratzt allerdings an den Gewinnmargen.

Auf dem Arbeitsmarkt schlägt sich die Rekordproduktion nicht nieder. Die Mitarbeiterzahl wird nach Einschätzung des Verbands in diesem Jahr bei 858 000 verharren - oder gar schrumpfen. Was bei Bürgern Kopfschütteln hervorruft, ist für Branchenkenner ganz normal. Durch Rationalisierungen gehen jedes Jahr 2 bis 3 Prozent der Arbeitsplätze verloren. Längere Arbeitszeiten, Überstunden und Leiharbeiter verteidigt Verbandschef Brucklacher als notwendig, um flexibel zu bleiben.

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