Produktionsverlagerung
Autoindustrie: Fertigung im Dollar-Raum

BMW kämpft seit Jahren mit den Wechselkursen. Vor allem der massive Verfall des Dollars hat die Münchener schwer getroffen. Der Autobauer hat in diesem Jahr ausreichend Währungsabsicherung betrieben; der wichtigste Absatzmarkt für BMW sind die USA. Eine Verlagerung der Produktion in die USA kommt für den Stuttgarter Rivalen Daimler dagegen nicht in Frage.

DÜSSELDORF/MÜNCHEN. Für das vergangene Jahr bezifferte der Autobauer die Belastungen auf 666 Mill. Euro. In diesem Jahr sollen die Belastungen etwas geringer ausfallen, da BMW 2007 ausreichend Währungsabsicherung betrieben habe, sagte Vorstandschef Norbert Reithofer. Die Münchener wollen sich die Ergebnisse nicht dauerhaft verhageln lassen. Längst sind die USA für die drei Konzernmarken BMW, Mini und Rolls -Royce der wichtigste Absatzmarkt. Mehr als 350 000 verkaufte Autos werden aber nur 140 000 Stück entgegenstehen, die im Werk Spartanburg in South Carolina gefertigt werden. Die Produktion soll dort nun bis 2010 schrittweise auf 250 000 Autos aufgestockt werden. Zusätzlich will BMW seine Montagewerke in Südafrika und China ausbauen. Im indischen Chennai errichtet BMW ebenfalls eine Produktion.

Der Stuttgarter Rivale Daimler hält an seiner Linie fest und schließt kurzfristige Reaktionen aus. Vorstandschef Dieter Zetsche erteilt einem verstärkten Einkauf im Dollar-Raum und einer Verlagerung von Produktion in die USA eine Absage. Die Kapazitäten dort auszuweiten, stieße auf Schwierigkeiten. Die amerikanischen Zulieferer sind aus Zetsches Sicht aufgrund der Krise der heimischen Autobauer in schlechter Verfassung. "Eine neue Fabrik zu bauen, würde Zeit in Anspruch nehmen, in der sich der Dollar-Kurs auch wieder fangen kann. Die Investition wäre dann womöglich herausgeschmissenes Geld“, sagte Zetsche dem Handelsblatt.

Im US-Werk in Tuscaloosa produziert die Kernmarke Mercedes -Benz bereits 15 Prozent ihrer Autos. Gebaut werden die geländegängigen Baureihen M, R und GL. Im Jahr 2005 verdoppelten die Stuttgarter ihre Produktionskapazität auf 160 000 Einheiten.

Finanziell hat sich der Konzern gegen Kursschwankungen des Dollars in diesem Jahr nahezu vollständig abgesichert. Die Kontrakte laufen drei Jahre. Für 2008 ist Daimler nach eigenen Angaben zu mehr als 60 Prozent sicher. Mit welchem Dollar-Kurs Daimler rechnet, gibt der Konzern ebenso wenig Preis wie das Konkurrenten tun.

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