Produktionsverlagerung nach Mexiko
VW erhöht Absicherung von Dollarrisiken

Der seit Wochen von einem Rekordhoch zum nächsten steigende Eurokurs fordert eine höhere Absicherung von Dollar-Kursrisiken. Europas größter Autohersteller Volkswagen rechnet nicht nur deswegen mit einem herben Gewinneinbruch.

HB WOLFSBURG. „Wir haben die Kursabsicherung auf 70 Prozent geringfügig erhöht“, sagte Unternehmenssprecher Thomas Mickeleit am Freitag in Wolfsburg. VW hatte vor Kurzem bereits die Absicherungsquote seiner für 2004 in Dollar erwarteten Umsätze durch Devisentermin- und Optionsgeschäfte auf zwei Drittel von zuvor 40 Prozent angehoben. Daneben produziert der Konzern verstärkt in Mexiko, um von dort den nordamerikanischen Markt zu beliefern. Negative Wechselkurseffekte durch den starken Euro hatten die VW-Bilanz in den ersten neun Monaten allein um satte 1,2 Milliarden Euro geschmälert. Für das Gesamtjahr rechnet der Wolfsburger Konzern wegen diverser Belastungen in Milliardenhöhe mit einem herben Gewinneinbruch.

Am Freitagvormittag notierte die VW-Aktie in einem stabilen Gesamtmarkt mit 44,50 Euro leicht im Plus.

Das VW-Papier hatte nach der Herabstufung der Bonität durch eine Ratingagentur am Donnerstag zeitweilig zu den stärksten Verlierern am deutschen Aktienmarkt gezählt. Die Ratingagentur Moody's hatte die langfristigen Verbindlichkeiten auf „A2“ von zuvor „A1“ heruntergestuft und dies mit der schwachen operativen Entwicklung von VW begründet. Daneben stand der Aktienkurs Analysten zufolge auch wegen des hohen Euro-Kurses unter Druck. Am Freitag kostete die Gemeinschaftswährung 1,24 Dollar.

Produktionsverlagerungen nach Mexiko

Mit der leicht höheren Absicherungsquote von 70 Prozent liegt Volkswagen immer noch unter dem Niveau von Konkurrenten, die teilweise über 90 Prozent der Währungsrisiken absichern. Zur Kursabsicherung verlagert VW zudem verstärkt auch die Produktion von Autos in den Dollar-Raum. So hat Konzernchef Bernd Pischetsrieder angekündigt, den neuen Bora sowohl für die USA als auch für Europa in Mexiko bauen zu lassen. Auch der neue Golf der fünften Generation soll in der GTI-Version sowie als Vier-Türer für die nordamerikanischen Märkte in Mexiko gebaut werden. Im mexikanischen Werk in Puebla fertigt Volkswagen derzeit die Modelle Jetta, New Beetle und New Beetle Cabriolet.

Volkswagen rechnet im laufenden Geschäftsjahr wegen negativen Wechselkurseffekten, Belastungen aus Brasilien, hohen Investitionen in neue Modelle sowie Sonderabschreibungen wegen der schwächen Autonachfrage mit einer Gewinnhalbierung. Das kommende Jahr soll zwar besser werden, wird nach Aussage des Wolfsburger Konzerns aber noch nicht an das hohe Gewinnniveau früherer Jahre anknüpfen. Erst 2005, wenn weitere wichtige VW-Modelle auf den Markt sind, soll nach Worten von Finanzchef Hans Dieter Pötsch das volle Ertragspotenzial des Wolfsburger Konzerns sichtbar werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%