Produktionswachstum treibt Gewinn
BG blüht im Schatten der großen Ölmultis

Der britische Energiekonzern BG Group ist im ersten Quartal weitaus stärker gewachsen als die großen Ölkonzerne. Dank einer Reihe neuer Förderprojekte und steigender Gaspreise steigerte das Unternehmen den Umsatz um 80 Prozent auf knapp zwei Mrd. Pfund (2,9 Mrd. Euro) und den Reingewinn um 123 Prozent auf 578 Mill. Pfund.

dih LONDON. Analysten lobten die Leistung des Unternehmens und revidierten ihre Ziele nach oben.

BG, ehemals British Gas, ist innerhalb von zehn Jahren durch zwei Zellteilungen zum reinen Gas- und Ölförderer geworden. 1997 wurde Centrica, der größte britische Gasversorger, von der einstigen British Gas abgespalten, 2005 der Leitungsnetzbetreiber Lattice, heute Teil von National Grid. BG ergänzte die Förderstätten in der Nordsee durch weltweite Aktivitäten. So startete der Konzern im vergangenen Jahr neue Produktionen in Mauretanien, Ägypten und Trinidad. Auch in Bolivien ist er aktiv; die Nationalisierung der dortigen Energiebranche betrifft rund drei Prozent der Produktion.

Während die großen Ölriesen kämpfen, um ihre Produktion zu steigern, hat BG im ersten Quartal eine Wachstumsrate von 28 Prozent auf 620 000 Barrel Öläquivalent am Tag hingelegt. Das Unternehmen kommt damit immerhin auf ein Siebtel der Förderung des großen britischen Rivalen BP. Besonders die Gas- und Ölförderung trieb denn auch den Gewinn, auch wenn die Kosten steigen.

Auszuzahlen beginnen sich die Investitionen in Flüssiggasanlagen, die Erdgas an der Förderstätte bis zur Verflüssigung kühlen, so dass es in Tankern direkt dorthin gebracht werden kann, wo die Preise besonders hoch sind. Der Gewinn in diesem Geschäft verfünffachte sich beinahe.

Analysten äußerten sich gestern positiv zu BG. Die Citigroup schrieb von soliden Zahlen und einem überlegenen Wachstum im Fördergeschäft. Mark Iannotti von Merrill Lynch erhöhte sein Kursziel für BG um zwölf Prozent auf 840 Pence. Die BG-Aktien verdienen seiner Ansicht nach eine Prämie von mehr als einem Fünftel auf die integrierten Ölkonzerne wie BP oder Shell.

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