
TOKIO. Erneut trieben die wieder erstarkte amerikanische Wirtschaft sowie der Einkaufshunger der Chinesen die Fertigungszahlen nach oben. Honda mit 43 Prozent Plus, dicht gefolgt von Nissan mit 42 Prozent, steigerten den Ausstoß im Verhältnis am meisten.
Toyota, der weltgrößte Autobauer, konnte allerdings ebenfalls mit 28 Prozent gut zulegen und produzierte damit allein im letzten Monat 568 004 Autos. Der von einer beispiellosen Rückrufserie durchgeschüttelte Konzern wuchs sogar in den USA um 6,7 Prozent, obwohl dort die meisten Fällen von angeblich unkontrolliert beschleunigenden oder nicht mehr bremsbaren Fahrzeugen gemeldet wurden. Allerdings stiegen die Autoverkäufe in den USA insgesamt um 19 Prozent. Toyota scheint in Amerika also noch nicht gänzlich zurück auf der Erfolgsspur.
Experten sehen sowieso die alten Verhältnisse noch nicht wieder hergestellt. „Der Nordamerika-Markt wird sich weiter erholen in der zweiten Jahreshälfte, während Märkte wie Indien, China und Brasilien weiter wachsen werden“, sagte Satoru Takada, Analyst in Tokio bei TIW Inc, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Aber die weltweite Nachfrage sei noch nicht auf dem Stand vor der Krise. „Es wird wahrscheinlich noch zwei oder drei Jahre dauern“, sagte Takada.
Das dürfte auch daran liegen, dass neben der alten Krise auch eine neue aufgetaucht ist. Probleme gab es zuletzt auf dem weltgrößten Automarkt in China, wo die japanischen Autobauer teilweise ihre Werke schließen mussten, weil chinesische Arbeiter für höhere Löhne streikten. Honda mit vier Fabriken traf es besonders häufig, der zweitgrößte Hersteller in Japan musste denn auch einzig in China zusehen, wie seine Produktion im Mai deutlich absackte, der erste Rückschritt in zwölf Monaten.
Im Jahresvergleich ging es um 15,7 Prozent abwärts, die Gesamtproduktion im Monat Mai lag bei 37 367 Fahrzeugen. Toyota hingegen kletterte auch dort um rund 18 Prozent - wohl auch, weil es recht schnell bei dem angeschlossenen, ebenfalls bestreikten Zulieferer Denso eine bessere Bezahlung versprach.