Produktionsziel für laufendes Jahr gesenkt
Yukos drohen weitere Nachzahlungen

Einem Zeitungsbericht zufolge plant die russische Justiz zusätzliche Steuernachforderungen im Fall Yukos zu erheben.

HB LONDON/MOSKAU. Die Steuerbehörde wolle den wichtigsten Förderbetrieb des vor der Zerschlagung stehenden Konzerns, Juganskneftegas, direkt mit 2,4 Mrd. € Steuern belegen, zitierte das britische Wirtschaftsblatt "Financial Times" einen Behördensprecher. Yukos erklärte, dass die Finanzbehörde die Tätigkeit von Juganskneftegas für 2000 bis 2002 noch nicht abschließend geprüft habe. Daher könne noch nicht von Steuernachforderungen gesprochen werden.

Der Yukos-Mutterkonzern hat nach eigenen Angaben vom Montag bereits 1,2 Mrd. der für 2000 nachgeforderten 2,8 Mrd. € Steuern zurückgezahlt. Die Ölförderung von bislang 86 Mill. Tonnen in diesem Jahr liege vier Mill. Tonnen unter dem Plan, teilte die Firma weiter mit. Grund sei das Einfrieren der Konzernkonten durch die Steuerbehörden, teilte Yukos am Montag in Moskau mit. Die laufenden Kosten bei der Ölförderung müssten daher reduziert werden.

Yukos fehlten Investitions- und Umlaufmittel, weil knapp die Hälfte der Monatseinkünfte von der Finanzbehörde zur Tilgung der Steuerschuld abgehoben werde.

Der neue Schritt der russischen Behörden könnte den Marktwert von Juganskneftegas nach Ansicht von Analysten in Moskau beträchtlich senken und den geplanten Zwangsverkauf erleichtern. Der Förderbetrieb werde auch für ein russisches Unternehmen wieder erschwinglich. Yukos beziffert den Wert des westsibirischen Förderbetriebes auf 30 Mrd. Dollar, Analysten gehen von 15 Mrd. Dollar aus.

Bislang zahlte Yukos von den 3,4 Mrd. Dollar, die die Behörden an Steuernachzahlungen allein für das Jahr 2000 fordern, nach eigenen Angaben 700 Mill. Dollar. Weitere 800 Mill. Dollar wurden demnach von den Behörden beschlagnahmt. Die reduzierte Jahresproduktion 2004 werde aber immer noch um 6 % höher liegen als 2003.

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