„Produktivität um 50 Prozent steigern“
VW-Betriebsrat legt Messlatte hoch

Ungeachtet der laufenden Restrukturierung des Autokonzerns VW sieht Betriebsratschef Bernd Osterloh noch erhebliche Reserven, um den Ausstoß in der Fertigung zu erhöhen.

hz/HB FRANKFURT. „Ich sehe durchaus die Möglichkeit, die Produktivität bei den nächsten Fahrzeuggenerationen um bis zu 50 Prozent zu steigern“, sagte Osterloh. Damit dies erreicht werden könne, seien aber Vorgaben des Vorstandes nötig, Autos so zu entwickeln und zu konstruieren, dass sie bei „höchster Qualität leicht und schnell“ gebaut werden könnten. Bislang gilt vor allem der aktuelle Golf als zu kompliziert konstruiert. Den Wolfsburgern war in der Branche wiederholt Technikverliebtheit vorgeworfen worden.

Bereits von 2004 bis 2006 hat die Produktivität des größten europäischen Automobilherstellers laut Osterloh um 23 Prozent zugelegt. Diese Jahr sind weitere zweistellige Fortschritte angepeilt. Ein Teil der höheren Effizienz ist allerdings auch dem letztjährigen Tarifabschluss geschuldet, der die Lohnkosten deutlich reduziert hat. Trotz der deutlichen Verbesserungen in der jüngeren Vergangenheit hat sich laut Osterloh die Lage „noch nicht völlig entschärft“. Dazu bedürfe es „der gemeinsamen Anstrengung von Management und Belegschaft“.

Die neue Vorstandschef von Volkswagen Martin Winterkorn setzt stärker als sein Vorgänger Bernd Pischetsrieder auf eine Volumenstrategie für den Autobauer. So sollen die Kapazitäten besser auszulasten werden. Volkswagen müsse mittelfristig jährlich 6,5 Millionen Autos verkaufen, sagte der Betriebsratschef jetzt. Im vergangenen Jahr waren es noch 5,7 Millionen – ein PKW-Weltmarktanteil von 9,7 Prozent. Winterkorn will künftig dem japanischen Autobauer Toyota, der Nummer eins in der Branche, Paroli bieten und plant eine Ausweitung der vorgesehenen Modelloffensive.

Über ein geplantes drittes Modell für den Standort Wolfsburg will der Konzern bis November entscheiden, kündigte Osterloh an. Im November trifft sich traditionell der Aufsichtsrat, um über die langfristige Investitionsplanung zu beraten. Der neue Wagen soll ebenfalls auf der Golf-Plattform entstehen. Bislang werden in Wolfsburg der Golf sowie die Variante Golf Plus gefertigt. Für das neue Modell rechnet Volkswagen mit einem Volumen von 40 000 bis 45 000 Fahrzeugen pro Jahr.

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