Produktivitätssteigerung
Fünf-Jahres-Sparplan bei Thales

Der Rüstungskonzern will die Produktivität steigern und so die Kosten senken. Kündigungen sind nicht vorgesehen. Die Börse belohnte den Plan mit einem zeitweisen Anstieg des Aktienkurses um acht Prozent. Analysten äußern allerdings auch Skepsis. Wie es mit Thales weitergeht.
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PARIS. Der französische Rüstungselektronikriese Thales hat einen ehrgeizigen Strategieplan vorgelegt. Der Fünfjahresplan sieht Einsparungen von 1,3 Milliarden Euro bei dem Unternehmen vor, das die Elektronik für Waffensysteme und Flugzeuge baut.

Dabei ist zunächst nicht die Rede davon, Personal einzusparen, sondern mehr Produktivität und Kostensenkungen in den verschiedensten Bereichen sind geplant, unter anderem im Engineering, bei der Industrialisierung und im Ankauf. Mit der Umstrukturierung will das Unternehmen in den nächsten Monaten beginnen.

Thales-Aktie wird Tagessieger

„Wir müssen uns dem Leistungsniveau unserer europäischen Konkurrenten anpassen“, erklärte Luc Vigneron. Der vom Staat durchgesetzte neue Thales-Chef will auch das Management erneuern. Der französische Staat hält 26,5 Prozent am Thales-Konzern, der 2008 einen Jahresumsatz von 12,7 Milliarden Euro hatte.

Die geplanten Einsparungen kamen bestens am Markt an. Die Thales-Aktie war Tagessieger und stieg zeitweise um acht Prozent auf 35,4 Euro an.

Die Analysten sind allerdings geteilter Meinung über die mögliche Wirksamkeit des Sparplans. „Die Investoren sind ziemlich glücklich über den neuen Plan, auch wenn er etwas ambitioniert aussieht“, erklärte ein Pariser Analyst. Andere betonten, dass er nicht auf die Schnelle zu verwirklichen sei. So erklärten Experten von Oddo Securities: „Wir erwarten keine große, kurzfristige Veränderung der Marge.“ Eine strategische Veränderung brauche möglicherweise zwei oder drei Jahre, hieß es.

Sarkozy plant nationale Champions

Umstrukturierungen stehen ohnehin an. Thales und der Elektronikkonzern Safran sollen Unternehmensteile austauschen. Thales soll unter anderem Flugdrohnen, Raketensteuerung, Navigations- und Sensortechnik mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro erhalten. Dafür sollen andere Teile an Safran abgegeben werden, etwa Biometrie und Stromerzeugung.

Präsident Sarkozy will aus mehreren französischen Unternehmen nationale Champions schmieden. Vor kurzem hatte Paris auch den Verkauf der Stromübertragungssparte von Areva an Alstom und Schneider Electronic befürwortet.

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