Profitabler Biermarkt in Osteuropa
Carlsberg stillt russischen Durst

Der dänische Brauerei-Riese Carlsberg hat in den ersten neun Monaten 2005 vom Durst seiner osteuropäischen Kunden profitiert. Während der Bierverkauf in Westeuropa erneut leicht zurückging, steigerten die Dänen in Osteuropa ihren Absatz um rund 17 Prozent. In Westeuropa fiel der Bierabsatz dagegen um etwa drei Prozent.

hst/ire STOCKHOLM. Der Carlsberg-Konzern, zu dem unter anderem auch Holsten, Hannen und Feldschlösschen gehören, konnte dank des Durstes in Osteuropa den Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode von 27,3 Mrd. auf 28,5 Mrd. Kronen (3,8 Mrd. Euro) erhöhen. Der Vorsteuergewinn sank um 3,3 Prozent auf 2,9 Mrd. Kronen. Ein überraschender Anstieg der Nettoverschuldung von rund einer Mrd. Kronen auf 24,3 Mrd. Kronen belastete den Kurs der Carlsberg-Aktie.

Analysten hoben als negativ die gestiegenen Schulden hervor. Carlsberg begründete dies mit Übernahmen. „Die Verringerung unserer Nettoverschuldung steht ganz oben auf unserer Agenda“, versicherte Finanzchef Jørn Jensen. Freude bereitete dem sechstgrößten Brauereikonzern der Welt dagegen seine 50-prozentige Beteiligung an der Baltic Beverages Holding (BBH), die die Mehrheit an Russlands größter Brauerei Baltika hält. Das Joint Venture mit Scottish & Newcastle steigerte den Umsatz im Quartal um 21 Prozent auf 555 Mill. Euro. Der Vorsteuergewinn zog um 15 Prozent auf 168 Mill. Euro an.

Carlsberg-Chef Nils Smedegaard Andersen will die Kosten weiter senken. Allerdings wollte er Medienberichte nicht bestätigen, wonach Carlsberg die Schließung mehrerer westeuropäischer Produktionsanlagen plane. Für ihre deutschen Altbiermarken hat Carlsberg eine neue Braustätte gefunden. Hannen und Gatz Alt werden ab Februar 2006 von der Krefelder Brauerei Königshof gebraut. Damit geht Ex-Brau-und-Brunnen-Chef Michael Hollmann leer aus, der sich nach der Übernahme der Bolten-Brauerei Hoffnung auf den Lohnbrauauftrag gemacht hatte.

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