Profiteur wäre Toulouse
Gutachten: Kein A380 ohne längere Startbahn

Wenn die Startbahn in Hamburg-Finkenwerder nicht verlängert werden kann, wird auch eine Auslieferung des Großraum-Flugzeugs Airbus A380 unmöglich. Das hat ein Gutachten festgestellt.

HB HAMBURG. Ohne die umstrittene längere Startbahn werde Airbus vermutlich auch auf die Auslieferung der weltgrößten Passagiermaschine in Hamburg verzichten, heißt es in dem am Mittwoch verbreiteten Gutachten der Beratungsgesellschaft Deloitte im Auftrag der Hamburger Wirtschaftsbehörde. „Wir halten eine derartige Entscheidung für wahrscheinlich“, schreiben die Gutachter.

Airbus hatte bislang erklärt, die umstrittene Verlängerung der Startbahn um 589 Meter sei nur für die Auslieferung der schwereren Frachtversion des A380 erforderlich. In dem Deloitte-Gutachten heißt es nun, dass auch die Passagierversion sich weiterentwickeln und eine längere Startbahn benötigen werde. Sollten sich nicht alle Versionen der Passagiermaschinen in Hamburg ausliefern lassen, so erscheine ein Auslieferungszentrum aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht zweckmäßig. Airbus würde dann die Auslieferung der A380-Flugzeuge komplett nach Toulouse zur französischen Zentrale des europäischen Flugzeugbau-Konzerns verlagern.

Mittelfristig erwarten die Gutachter, dass ohne die längere Startbahn erhebliche Investitionen nach Toulouse an Stelle von Hamburg fließen würden. Die gegenwärtigen Produktionskapazitäten für den Bau von 48 Flugzeugen pro Jahr seien vermutlich ab 2011 ausgelastet und würden dann erweitert. Dabei habe dann Toulouse durch die größere Flexibilität einen deutlichen Standortvorteil. „Ein Unternehmen mit mehreren Standorten wird sich bei allen Entscheidungen davon leiten lassen, welcher Standort die besten Produktionsbedingungen bietet“, heißt es in dem Gutachten. „Die Erwartung, dass Airbus den Standort Hamburg als Ausgleich in anderer Weise fördern wird, ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht abwegig.“

Sollte die Startbahn verlängert werden, rechnet Deloitte für die Zukunft mit 2 500 bis 4 000 neuen Arbeitsplätzen. Seit dem Jahr 2000 seien am Standort Hamburg über 5 200 direkte Arbeitsplätze im Luft- und Raumfahrtzeugbau entstanden, davon 1 700 unmittelbar bei Airbus für den Bau des A380.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%