Prognose angehoben
Biogen macht Satz nach vorne

Der US-Biotechnologiekonzern Biogen Idec hat im dritten Quartal einen überraschenden Gewinnsprung gemacht. Die Prognose wurde darauf angehoben.

HB BOSTON. Vor allem ein höherer Absatz der Medikamente für Multiple Sklerose und Krebs hätten zu dem Ergebnis beigetragen, teilte der in Cambridge ansässige Konzern am Dienstag mit. Der Markt nahm die Nachrichten positiv auf: Im frühen Handel an der Wall Street legten die Aktien in einem freundlichen Umfeld um gut sechs Prozent auf 46,65 Dollar zu.

Unterm Strich wurden den Angaben nach 157 Mill. Dollar oder 45 Cent pro Aktie verdient, nach 27,2 Mill. Dollar vor einem Jahr. Damals hatten noch hohe Restrukturierungs- und Fusionskosten zu Buche geschlagen. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Vierteljahr auf 703 von 596 Mill. Dollar.

Ohne Sonderposten - aber unter Berücksichtigung der Kosten für Aktienoptionsprogramme - verdiente Biogen 57 Cent je Aktie. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 47 Cent gerechnet, bei Umsätzen von 681,4 Mill. Dollar. Der Konzern blickt nun auch optimistischer in die Zukunft und hob seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Ohne Sonderposten erwartet er nun einen Gewinn je Aktie bei über 2,20 Dollar. Bislang war Biogen von 1,95 bis 2,10 Dollar je Anteilsschein ausgegangen. Analysten zeigten sich mit den Ergebnissen zufrieden. Es sei ein gutes Quartal gewesen, obwohl Biogen noch immer kein interessantes neues Produkt vorweisen könne, sagte etwa Eric Schmidt von Cowen & Co.

Zu den Verkaufsschlagern des Konzerns gehört beispielsweise das Multiple-Sklerose-Mittel Avonex. Hier verzeichnete Biogen im Berichtszeitraum eine Umsatzsteigerung von 19 Prozent auf 445 Mill. Dollar. Das kürzlich wieder auf den Markt gebrachte umstrittene Präparat Tysabri, ebenfalls für Multiple-Sklerose-Patienten, fuhr einen Umsatz von acht Mill. Dollar ein. Biogen hatte Tysabri im Februar 2005 nach einem Todesfall zeitweise aus dem US-Handel nehmen müssen. Später war das Mittel unter einem eingeschränkten Vertriebsplan aber wieder zugelassen worden. Tysabri wird in Kooperation mit dem irischen Konzern Elan vertrieben. Der Umsatz mit dem Krebs-Medikament Rituxan stieg um zwölf Prozent auf 204 Mill. Dollar.

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