Prognose angehoben
Hochtief steckt Verluste in Deutschland weg

Der größte deutsche Baukonzern Hochtief hat dank des florierenden Geschäfts im Ausland die Verluste auf dem Heimatmarkt verdaut. Das Unternehmen steuert auf Rekorde bei Umsatz und Aufträgen zu. Neues gibt es für Hochtief vom Bundeskartellamt.

HB DÜSSELDORF. Im ersten Halbjahr steigerte Hochtief das Vorsteuerergebnis trotz der Probleme in Deutschland auf 181,8 (145,8) Mill. Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Beim Gewinn musste Hochtief aber Federn lassen.

Die Verluste der Europa-Sparte mit dem deutschen Baugeschäft seien „dank der guten Performance aller anderen Unternehmensbereiche kompensiert“ worden, teilte Hochtief am Dienstag in Essen mit. Für die zweite Jahreshälfte erwartet Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter einen „positiven Beitrag“ der Sparte, die im zweiten Quartal wegen der Kostenexplosion bei Baudienstleistungen und Materialien einen Verlust vor Steuern von 104,7 Mill. Euro einfuhr. Die Flughafen-Sparte konnte dagegen vor Steuern 44,0 (5,6) Mill. Euro einstreichen. In der Boom-Region Asien-Pazifik mit der Tochter Leighton verdoppelte sich der Vorsteuergewinn auf 140,6 Mill. Euro.

Die rasante Entwicklung dort wirkt sich aber negativ auf den Gewinn aus: Hochtief muss mehr an die anderen Anteilseigner der australischen Tochter abführen. Nach Anteilen Dritter verblieb im Quartal ein Konzerngewinn von nur noch 4,2 (22,9) Mill. Euro, im Halbjahr waren es 13,8 Mill. Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten für das erste Halbjahr ein Ergebnis vor Steuern von 163,6 Mill. Euro und einen Gewinn von 17,7 Mill. Euro erwartet.

Hochtief geht mit prall gefüllten Orderbüchern den Rest des Geschäftsjahres an: Der Auftragseingang stieg im zweiten Quartal auf 5,20 (4,58) Mrd. Euro. Der Auftragsbestand kletterte bis Ende Juni auf einen Rekordwert von 25,63 Mrd. Euro. Angesichts der Spitzenmarken hob der Vorstand die Prognosen an: Auftragseingang, -bestand und Umsatz sollen über den Rekordwerten des Vorjahres liegen. Bislang hatte Hochtief die Kennzahlen auf Vorjahreshöhe erwartet. Beim Gewinn will Hochtief wie geplant die Hürde von 100 Mill. Euro überspringen. Damit muss der Konzern in den verbliebenen zwei Quartalen einen Gewinn von mindestens 87 Mill. Euro einfahren.

Indes geht es für den Konzern bei der Übernahme der Vattenfall-Tochter Vattenfall Europe Contracting voran: Die Pläne zum Kauf des Energie-Beratungsgeschäfts des Versorgers seien ohne Auflagen freigegeben worden, teilte das Bundeskartellamt am Dienstag mit. Hochtief will mit dem Zukauf sein Geschäft mit dem Energiesparen ausbauen.

Der Energiekonzern Vattenfall hatte die Beratungstochter 1997 gegründet. Das in Hamburg ansässige Unternehmen beschäftigt rund 270 Mitarbeiter und hat mehr als 170 Kunden in seinem Bestand. Den Umsatz gibt das Unternehmen mit rund 100 Mill. Euro an. Das Geschäft mit dem Energiesparen gilt wegen der stark gestiegenen Strom- und Gaspreise und wegen des Klimaschutzes als wachstumsstarker Zukunftsmarkt.

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