Prognose angehoben
MVV gibt kräftig Gas

Der fünftgrößte deutsche Energieversorger hat seine Ergebnisprognose angehoben. MVV Energie will die eigene Stromerzeugung ausbauen und ertragreicher wachsen als bislang geplant.

HB FRANKFURT. „In den nächsten zwei Jahren müssen Entscheidungen zum Bau neuer Kraftwerke fallen, weil 2010 neue Kapazitäten an das Netz gehen“, sagte Vorstandschef Rudolf Schulten am Dienstag am Rande der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Für MVV kämen sowohl weitere Beteiligungen an Stadtwerken mit eigener Erzeugungskapazität in Frage als auch Kooperationen beim Kraftwerksbau oder der Ausbau eigener Anlagen. Ein Gewinnbringer im Geschäftsjahr 2004/05 sei die erstmals voll konsolidierte 51-Prozent-Beteiligung an den Stadtwerken Kiel gewesen.

Im laufenden Geschäftsjahr (per Ende September) soll der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 195 (Vorjahr: 158) Mill. Euro steigen. Die Prognose liegt um zehn Mill. Euro höher als bislang vorausgesagt. Die Umsatzerwartung schraubte das Unternehmen hoch auf 2,25 Mrd. von bislang 2,2 Mrd. Euro. Der Kurs der MVV-Aktie legte im Handelsverlauf um mehr als drei Prozent zu.

„Der Margendruck für die Stadtwerke wird sich erhöhen und eine Konsolidierungswelle auslösen“, sagte Schulten. Derzeit gebe es zwar keine Angebote für weitere Beteiligungen an Stadtwerken, dies könne sich aber bald ändern. Bei Kraftwerken würden Kooperationen geprüft. Durch die Stadtwerke Kiel hatte MVV den Anteil der selbst erzeugten Energie an der abgesetzten Strommenge auf 55 Prozent mehr als verdoppelt.

Das im Kleinwerteindex SDax gelistete Unternehmen aus Mannheim sieht sich für Investitionen gut gerüstet. „Unser Finanzierungsspielraum hat sich verbessert“, sagte Schulten. Eine bereits genehmigte Kapitalerhöhung von 20 Prozent solle in den nächsten zwei Jahren ausgeschöpft werden, weitere Kapitalerhöhungen könnten im Zuge der Expansion folgen. Erst im November hatte MVV rund 90 Mill. Euro durch eine Kapitalerhöhung von knapp zehn Prozent erlöst.

Das erste Geschäftsquartal (per Ende Dezember) sei gut verlaufen, sagte Schulten. MVV habe höhere Erlöse durch gestiegene Preise für den in den Müllverbrennungsanlagen erzeugten Strom erzielt.

Im Geschäftsjahr 2004/05 hat MVV sein operatives Ergebnis um 63 Prozent auf 158 Mill. Euro und den Umsatz um 19 Prozent auf 1,96 Mrd. Euro gesteigert. Die Aktionäre sollen dafür eine Dividende von 75 Cent je Anteilsschein erhalten. Schulten bekräftigte, dass die Ausschüttung für das laufende Geschäftsjahr höher ausfallen könne, machte aber keine genauen Angaben.

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