Prognose angehoben
Toyota beim Absatz wieder Nummer eins

GM und VW lässt Toyota beim Absatz wieder hinter sich. Der Nettogewinn im Quartal verdreifacht sich, das stimmt die Japaner für das Gesamtjahr optimistisch. Der Autobauer hebt die Gewinnprognose an.
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TokioKnapp zwei Jahre nach dem Sturz vom Siegerpodest der internationalen Autoindustrie ist Toyota beim Absatz wieder auf Kurs. Von Januar bis September verkauften die Japaner mit weltweit 7,4 Millionen Fahrzeugen mehr als General Motors oder Volkswagen. Auf dieser Pole-Position könnte Toyota nun Anlauf nehmen, die in Folge einer ganzen Serie von Krisen verlorene Weltmarktkrone zurückzuerobern.

Im zweiten Geschäftsquartal von Juli bis September 2012 trotzte Toyota neuen Rückschlägen in China mit einem brummenden US-Geschäft. Der Autobauer konnte seinen Nettogewinn auf umgerechnet rund 2,5 Milliarden Euro (257,9 Milliarden Yen) mehr als verdreifachen und hob am Montag seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an.

Im Oktober steigerte Toyota seinen Absatz auf dem wichtigen US-Markt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16 Prozent, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Der Marktanteil von Toyota und dessen Luxusmarke Lexus erhöhte sich damit in den USA um ein Prozent auf 13,9 Prozent.

Toyota war von 2008 bis 2010 beim Absatz Weltmarktprimus, büßte diese Position nach Finanzmarktkrise, imageschädigenden Rückrufaktionen und Naturkatastrophen in Serie aber ein. 2012 hatte sich das japanische Vorzeigeunternehmen gerade von den Folgen des Tsunamis in der Heimat erholt, als die Flutkatastrophe in Thailand erneut zu massiven Produktionseinbußen führte. Doch neue Rückschläge konnte Toyota zuletzt abfedern.

Die neuesten Hiobsbotschaften kamen aus China, wo die Kunden wegen des Streits der Volksrepublik mit Japan um Inseln im ostchinesischen Meer den Toyota-Autohäusern den Rücken kehrten. Dies bedeute Absatz-Einbußen von 200.000 Fahrzeugen auf dem weltweit größten Automarkt, räumte Toyota am Montag ein. Unter dem Strich müsse der Konzern im Gesamtjahr deshalb auf 30 Milliarden Yen verzichten.

Doch während der heimische Rivale Honda wegen des Boykotts der Chinesen seine Jahresprognose herunterschrauben musste, blickt Toyota optimistischer als bisher in die Zukunft: Das Unternehmen peilt für das Gesamtjahr einen Nettogewinn von 7,6 Milliarden Euro (780 Milliarden Yen) an - 2,6 Prozent mehr, als Toyota bisher in Aussicht gestellt hatte.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Für die Autobauer ist es wichtig, in die Wachstumsmärkte wie China, Indien und Brasilien zu investieren. VW, BMW und Audi sind da schon auf dem richtigen weg, aber es muss mehr werden. Auch die Lieferanten müssen internationaler werden. Die Schaeffler Gruppe macht es vor, eröffnet neues Werk in Indien und es sind neue Investitionen in Asien und Südamerika geplant.

  • Diesen Abstieg hat sich VW ,leider, selbst zuzuschreiben.Insbesondere die Reaktion auf Marktveränderungen die Verkaufsideen erforderlich machen,dauern zu lang.Die Entscheidungskette ist viel zu lang,und wenn man in dieser Kette ein paar Mitarbeiter hat,die am "Beamtensyndrom" leiden ,ist eine späte Entscheidung kostenintensiver wie eine Falsche.Dies geht leider durch viele Abteilungen,da man erst Verantwortung (mit)übernehmen möchte wenn die höchsten Gremien dies befürworten.

  • Genau das sind die die sich um Fehler kümmern und nicht unter dem Teppich kehren und warten bis sich die Autobild meldet :-))

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