Prognose bestätigt
RWE-Chef Großmann verteidigt seinen Kurs

Da können die Leute protestieren was sie wollen, mag RWE-Chef Großmann denken. Er verteidigt auf der Hauptversammlung seinen Atomkurs. Immerhin bleibt die Prognose für 2011 trotz der wegbrechenden Einnahmen bestehen.
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Essen RWE-Chef Jürgen Großmann hat seinen Atom-Kurs erneut verteidigt" Die deutschen Kernkraftwerke erfüllen die geltenden Sicherheitsanforderungen. In jedem anderen Fall hätten sie bereits zuvor abgeschaltet werden müssen. Daran ändern die Ereignisse in Japan nichts", so Großmann.

Kernkraft sei eine wirtschaftlich notwendige Technologie und eine übereilte Abschaltung unverantwortlich, sagte der Vorstandschef am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Essen. Die Klage seines Konzerns gegen das von der Bundesregierung verhängte Moratorium der Laufzeitverlängerung sei alternativlos, denn die Maßnahme der Regierung sei juristisch nicht haltbar. Schließlich seien die AKW der RWE nach geltenden Regeln sicher. ""Die Klage ist weder eine Kampfansage an die Politik, noch wollen wir die Menschen brüskieren, die sich ernsthaft sorgen", so Großmann. Man sei Gesprächsbereit.

Dennoch stehe nach der Katastrophe in Fukushima auch bei RWE nicht mehr die Frage, ob, sondern wie schnell der Ausstieg aus der Kernenergie gelingt. "Wenn es der feste Wille der Mehrheit der deutschen Bevölkerung und der sie vertretenden Politik ist, zukünftig auf Kernkraft zu verzichten, werden wir uns dem nicht verschließen." Dies werde allerdings Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe verursachen.

Die Rede des RWE-Chefs wurde immer wieder unterbrochen von Tumulten und Zwischenrufen. Zu Beginn war es einer Gruppe Atomkraftgegnern gelungen, vor der Bühne Transparente hochzuhalten und "Abschalten"-Sprechchöre anzustimmen. Sie wurden aus dem Saal geführt. Auch im weiteren Verlauf der Rede gab es immer wieder Zwischenrufe, aber auch Applaus.

Für das laufende Jahr hält RWE trotz des Atom-Moratoriums derweil an seinen Prognosen fest. Unter anderem wegen der Belastungen aus der Brennelementsteuer erwartet der Konzern einen Rückgang des Betriebsergebnisses um rund 20 Prozent. Das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis werde um 30 Prozent fallen. Im Jahr 2013 erwarte der Versorger ein betriebliches Ergebnis von 5,7 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr hatte RWEein Betriebsergebnis von 7,7 Milliarden Euro eingefahren. EnBW hatte am Dienstag erklärt, wegen des Moratoriums 2011 einen Rückgang des bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern um bis zu ein Viertel zu erwarten. Zuvor hatte der Versorger einen Rückgang lediglich um bis zu 15 Prozent erwartet.

Nils Rüdel
Nils Rüdel
Handelsblatt / Deskchef Politik
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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