Prognose bestätigt
Thyssen kruppt sich durch die Krise

Die Investoren von Thyssen-Krupp müssen weiter starke Nerven haben. Wegen der Flaute auf dem europäischen Stahlmarkt sinkt das Ergebnis spürbar. Immerhin: Einige hatten noch Schlimmeres erwartet.
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EssenThyssen-Krupp kämpft jetzt auch in Europa mit immer größeren Problemen im Stahlgeschäft. Bislang hatte vor allem die amerikanische Stahlsparte mit ihren Verlusten auf dem Konzern gelastet. Im dritten Quartal brach aber der operative Gewinn der Stahlschmieden in Europa auf 52 Millionen ein, ein Jahr zuvor standen noch 322 Millionen Euro in den Büchern.

Dies trug maßgeblich dazu bei, dass auch im Gesamtkonzern der um Sondereffekte wie Veräußerungsergebnisse bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 122 Millionen von 570 Millionen Euro zusammenschmolz, wie Thyssen-Krupp am Freitag mitteilte. Dennoch bestätigte das Unternehmen seine Prognose für das im September endende Geschäftsjahr 2011/12.

„Die schwache konjunkturelle Entwicklung und insbesondere die allgemeine Unsicherheit infolge der ungelösten Staatsschuldenkrise machen sich in unseren Märkten zunehmend bemerkbar“, erläuterte Vorstandchef Heinrich Hiesinger bei der Vorlage der Zahlen. Im Stahlgeschäft spüre der Konzern die Zurückhaltung der Kunden. Thyssen-Krupp habe hierauf maßvoll reagiert. Der Konzern hatte Anfang dieses Monats mehr als 2000 Stahlbeschäftigte in Kurzarbeit geschickt.

Im Gesamtkonzern gingen die Erlöse von April bis Ende Juni auf 10,71 Milliarden von 11,51 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum zurück. Von Reuters befragte Analysten hatten allerdings im Durchschnitt lediglich mit Erlösen von 10,66 Milliarden Euro gerechnet und auch das bereinigte Ebit nur auf 78,9 Millionen Euro taxiert.

„Die Zahlen sehen auf den ersten Blick ganz gut aus“, sagte ein Händler. Gerade wegen der Probleme in der Stahlsparte sei das nicht zu erwarten gewesen. Im frühen Geschäft von Lang & Schwarz legten die Aktien des Mischkonzerns um 0,6 Prozent zu.

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  • Ihr Artikel ist gut geschrieben und mit den Informationen, die vor einiger Zeit -besonders Brasilien- veröffentlicht wurden, äußerst interessant!

    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Frieß

  • Sehr lustiger Titel :-)

  • Die richtige Krise beginnt doch gerade erst.

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