Prognose bis 2015
Lanxess investiert in Schwellenländer

Lanxess verbreit Optimismus. Der Chemiekonzern Lanxess peilt für die nächsten Jahre kräftige Gewinnsteigerungen an und gibt einen konkreten Ausblick bis 2015. Zudem soll kräftig in Schwellenländer investiert werden.
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HB DÜSSELDORF. Nach überstandener Wirtschaftskrise schwenkt der Chemiekonzern Lanxess für die nächsten Jahre auf ein kräftiges Wachstum um. Vorstandschef Axel Heitmann stellte am Mittwoch in Düsseldorf neue mittelfristige Ziele vor, die für das Jahr 2015 einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von rund 1,4 Mrd. Euro vorsehen. Das wäre ein Plus von etwa 80 Prozent verglichen mit den für dieses Jahr erwarteten rund 800 Mio. Euro.

Lanxess setzt dabei auf anhaltend starke Nachfrage nach Kunststoffen und künstlichem Kautschuk in den nächsten Jahren, wobei die Schwellenländer Asiens und Lateinamerikas besonders im Fokus stehen. In Länder wie China, Indien und Brasilien flossen beim Leverkusener Unternehmen zuletzt immer mehr Investitionen.

„Für Lanxess beginnt heute eine neue Ära des Wachstums“, erklärte Heitmann. Alle Geschäfte sollen ihren bereinigten operativen Gewinn bis 2015 um durchschnittlich mindestens fünf Prozent im Jahr ausweiten. Dabei plant Lanxess auch Zukäufe ein.

Aktuell liege der Schwerpunkt auf kleineren bis mittelgroßen Akquisitionen. „Ein Verhältnis von zwei zu eins von organischem zu externem Wachstum hat uns in der Vergangenheit gut gedient“, erklärte Heitmann. Früheren Angaben aus Kreisen zufolge stehen beispielsweise die Geschäfte mit Lederchemikalien des Branchenführers BASF auf der Einkaufsliste - ein Bereich, in dem Lanxess bereits stark aktiv ist.

Heitmann zufolge werden 2012 bereits mehr als 38 Prozent der Investitionen nach Asien und Lateinamerika fließen. Im Jahr 2005, dem Jahr des Börsengangs, waren es noch weniger als 20 Prozent gewesen. Die bislang größte Einzelinvestition im Umfang von 400 Mio. Euro ist eine neue Kautschukanlage in Singapur, die im ersten Quartal 2013 an den Start gehen soll.

Geplante und bereits angestoßene Investitionsprojekte sollen rund 300 Mio. Euro zum bereinigten operativen Gewinn beitragen. Das wäre rund die Hälfte der bis 2015 erwarteten Ergebnissteigerung.

An der Börse kamen die Äußerungen gut an. Die neue mittelfristige Zielsetzung zeige, dass die Wachstumsgeschichte bei Lanxess weitergehe, kommentierten die Analysten der DZ Bank in einer Kurzstudie. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie legte zeitweilig 1,4 Prozent zu.

Lanxess profitiert derzeit davon, dass Reifenhersteller und die Automobilbranche angesichts der Konjunkturerholung wieder bestellen wie in den Zeiten vor der Wirtschaftskrise. Vor allem die hohe Nachfrage aus Asien und Südamerika, wo ein Schwerpunkt der Investitionen von Lanxess liegt, schiebt die Geschäfte an.

So prüft Lanxess den Bau eines neuen Werks für Hochleistungskautschuk des Typs Nd-PBR in Asien mit einer Kapazität von 100 000 bis 150 000 Tonnen pro Jahr. „Die Entscheidung, ob und wo das neue Werk gebaut wird, erfolgt innerhalb der kommenden sechs Monate“, erklärte Heitmann.

Lanxess ist der weltgrößte Hersteller von synthetischem Kautschuk. Der Konzern rechnet mit einem weltweiten jährlichen Wachstum des Markts für diesen Kautschuk-Typ, der etwa in Reifen und Golfbällen zum Einsatz kommt, von etwa zehn Prozent. „Das bedeutet, dass die Nachfrage 2014 das Angebot übersteigen wird“, erklärte Heitmann. Lanxess konkurriert im Kautschuk-Geschäft unter anderem mit dem US-Konzern Exxon Mobil.

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