Prognose
Continental rechnet mit Rekordergebnissen

Der Autozulieferer Continental wird im laufenden Jahr nach eigenen Angaben in allen seinen Sparten Rekordergebnisse ausweisen. "Alle bisherigen vier Conti -Divisionen werden besser abschneiden als im Vorjahr und damit neue Rekordergebnisse einfahren", sagte Conti -Chef Manfred Wennemer in einem Interview.

HB HANNOVER. Der Automobilzulieferer Continental wird nach eigenen Angaben 2007 Rekordergebnisse in allen Sparten erreichen. Konzernchef Manfred Wennemer sagte in einem Interview des Magazins "auto motor und sport": "Das Gewinnwachstum der ersten drei Quartale für die alte Continental werden wir auch im vierten Quartal 2007 fortsetzen können. Alle bisherigen vier Conti -Divisionen werden besser abschneiden als im Vorjahr und damit neue Rekordergebnisse einfahren."

Der Conti -Chef geht davon aus, dass die Synergien aus der Übernahme der VDO-Werke größer sind als geplant. "Wir werden mehr machen als die ursprünglich erwarteten 170 Millionen Euro pro Jahr", sagte er. "Wir erwarten bei VDO eine Rendite von zehn Prozent, in guten Jahren können es zwölf Prozent sein, in schlechten auch nur neun Prozent. Alles, was auf Dauer nicht diese Mindestgröße bringt oder auf dieses Niveau gebracht werden kann, wird verkauft oder geschlossen." Das gelte für den gesamten Konzern mit seinen neuerdings sechs Divisionen.

Die von der IG Metall befürchtete Zahl von 7 000 Entlassungen nannte Wennemer reine Spekulation und Panikmache. Er bestätigte allerdings, dass VDO aus Wettbewerbsgründen seine Kostenstruktur verbessern und deshalb einen Teil der Arbeitsplätze ins Ausland verlagern müsse. "Dieses Vorgehen ist aber weder dogmatisch noch reiner Selbstzweck. Wenn der Anteil der Arbeitskosten fünf bis sechs Prozent nicht überschreitet, wie zum Beispiel bei elektronischen Bremsen, dann denken wir sicher nicht an eine Verlagerung", erklärte der Conti -Chef. "Andere Produkte wie zum Beispiel Reifen mit ihrem Lohnkostenanteil von 30 Prozent sind dagegen auf lange Sicht in Deutschland sehr wahrscheinlich nur schwer zu halten."

Wennemer zerstreute aber Befürchtungen, die letzten beiden deutschen Pkw-Reifenwerke in Aachen und Korbach stünden mittelfristig vor dem Aus. "Im Gegenteil, wir investieren dort gerade, um Engpässe in der Produktion zu beheben und die Kapazität zu erweitern", sagte er. "Wenn ein Reifenwerk in Europa sich Gedanken über seine Zukunft machen muss, dann ist es Claroix in Frankreich."

Die Gefahr, dass der europäische Reifenmarkt von chinesischen Billigangeboten überschwemmt wird, sehe er nicht, sagte der Conti -Chef. "Denn erstens sind Rohstoffe weltweit teurer geworden, das Gleiche gilt für die Logistikkosten. Und zweitens hat die chinesische Regierung zur Jahresmitte einen Steuervorteil beim Export von Reifen reduziert, und es gibt Spekulationen, dass der Steuervorteil zum Jahresende vollständig entfallen könnte." Diese Entscheidung würde für chinesische Reifen-Exporteure eine Verteuerung von rund 16 Prozent bedeuten, sagte Wennemer. "Drittens haben wir längst reagiert. In unserem Werk in Rumänien produzieren wir Reifen, die wir sofort auch preislich gegen solche asiatischen Importe positionieren könnten, wenn die chinesischen Wettbewerber uns dazu zwingen. Momentan sieht es aber so aus, als müssten sie erst einmal die Qualitätsprobleme in den Griff bekommen." Seinerseits plant Continental einen Billigreifen für Schwellenländer. "Wir arbeiten schon seit geraumer Zeit an einem Billigreifen zum Preis von 9,99 Euro", sagte Wennemer in "auto motor und sport". "In etwa zwei Jahren werden wir den Reifen marktfähig entwickelt haben.

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