Prognose erhöht
BASF stellt bestes Jahr in Aussicht

Gute Nachrichten von BASF: Der Chemieriese hat wesentliche Teile seiner Quartalszahlen schon heute veröffentlicht - rund eine Woche früher als gedacht. Das mag auch damit zu tun haben, dass BASF gute Nachrichten zu verkünden hat: Der Gewinn stieg spürbar an, die Prognose für das Gesamtjahr wurde erhöht.
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HB FRANKFURT. Nach glänzenden Geschäften in den Sommermonaten hebt der Chemieriese BASF seine Ziele für das Gesamtjahr an. Die aktuell gute Konjunktur lässt die Großanlagen des Ludwigshafener Konzerns auf Hochtouren arbeiten wie in den besten Zeiten vor der Wirtschafts- und Finanzkrise. Konzernchef Jürgen Hambrecht stellte am Mittwoch deshalb für das Gesamtjahr einen Umsatz von circa 63 Mrd. Euro sowie einen um Sondereinflüsse bereinigten Betriebsgewinn von über acht Mrd. Euro in Aussicht. „Dies übertrifft die bisherigen Höchstwerte aus den Jahren 2007 und 2008“, erklärte die Konzernleitung. Im Jahr 2008 hatte das weltgrößte Chemieunternehmen 62,3 Mrd. Euro umgesetzt und einen bereinigten operativen Gewinn von 6,9 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Hambrecht hatte bereits im September gegenüber Reuters ein drittes Quartal in Aussicht gestellt, das deutlich über den Erwartungen der Analysten liegt. Zudem hatte er sich bei der Umsatzerwartung für das Gesamtjahr zuversichtlicher gezeigt. Es laufe in allen Arbeitsgebieten rund, hatte der Manager erklärt.

Vor allem im Chemiegeschäft, in den Sparten Chemicals, Plastics, Performance Products und Functional Solutions seien die Anlagen sehr gut ausgelastet.

In den Monaten Juli bis September steigerte BASF die Erlöse um 23 Prozent auf 15,8 Mrd. Euro. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen schnellte sogar um 77 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro in die Höhe. Analysten hatten zuletzt im Schnitt einen Anstieg dieser Kennzahl auf 1,96 Mrd. Euro prognostiziert.

Für das vierte Quartal erwartet der Chemieriese eine weiterhin gute Geschäftsentwicklung. Allerdings könne nicht davon ausgegangen werden, dass sich das 2011 unverändert fortsetzen werde, sagte Hambrecht. Risiken sieht der BASF-Chef in der nach wie vor hohen Verschuldung zahlreicher Länder, welche die Stabilität der Finanz- und Bankensysteme bedrohe. Zudem könnten die Sparanstrengungen der Länder die Nachfrage belasten, auch liefen die staatlichen Konjunkturprogramme aus.

Die Mitteilung von BASF kam überraschend. Eigentlich war die Veröffentlichung der Quartalszahlen erst für den 28. Oktober geplant gewesen. Bei den Anlegern wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Die Aktien legten 1,2 Prozent auf 51,27 Euro zu, nachdem sie am Vorabend 0,8 Prozent auf 50,64 Euro verloren hatten. „Die Eckdaten für das dritte Quartal 2010 knüpfen an die sehr guten Zahlen des traditionell stärkeren zweiten Quartals an und übertrafen die Markterwartungen“, kommentierten die Analysten der NordLB. Das Bankhaus Lampe bekräftigte seine Kaufempfehlung für die BASF-Aktie mit einem Kursziel von 65,00 Euro. „Das Gewinn-Momentum spricht für die Aktie und im kommenden Jahr sollte der Konzern von der Integration von Cognis profitieren“, kommentierte die Bank.

BASF hatte im Juni angekündigt, die Chemiefirma Cognis aus Monheim bei Köln für rund drei Mrd. Euro zu übernehmen. Damit drängt BASF noch stärker in Richtung Spezialchemie - ein Trend, den zuvor bereits die Übernahmen der Schweizer Ciba sowie des US-Katalysator-Herstellers Engelhard zeigten. BASF-Chef Hambrecht zufolge trugen auch die Veränderungen in der Geschäftsaufstellung dazu bei, die Profitabilität zu verbessern.

Manche Geschäfte mit Massenchemikalien stehen dagegen zum Verkauf, wie etwa schon seit geraumer Zeit die Styrol-Standardkunststoffe. Der Konzern verspricht sich von diesen Schritten, unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen zu werden.

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  • ich war 33 Jahre lang bei der bASF tätig und kann bestätigen, dass zu jeder Zeit vernünftig gewirtschaftet wurde.
    Außerdem sind die Angebote zur sozialen Absicherung des Personals vorbildlich.

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