Prognose erhöht
„China für Porsche bald wichtiger als Deutschland“

Der chinesische Automobilverband hat seine Absatzprognose für das Gesamtjahr deutlich erhöht. Das ist auch für die deutschen Hersteller eine gute Nachricht. Denn für sie bietet der Markt, der die USA wohl schon dieses Jahr als den größten der Welt ablösen wird, riesige Chancen.

DÜSSELDORF. Im ersten Halbjahr 2009 ist die Zahl der verkauften Fahrzeuge laut dem chinesischen Automobilverband im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 6,1 Mio. gestiegen. Er geht nach Angaben vom Donnerstag nun davon aus, dass im Gesamtjahr elf Mio. statt der bisher erwarteten 10,2 Mio. Fahrzeuge verkauft werden.

Sollte sich das bewahrheiten, würde China die USA wohl als weltgrößten Automarkt überholen. Denn dort rechnen Experten für dieses Jahr mit rund zehn Mio. verkauften Autos, drei Mio. weniger als im Jahr 2008. Zum Vergleich: Der Verband der Automobilindustrie hat seine Absatzprognose für Deutschland vor wenigen Tagen von 3,1 Mio. auf 3,5 Mio. angehoben.

Jürgen Pieper, Autoanalyst beim Bankhaus Metzler, betrachtet China derzeit als "positivstes Thema für die Autoindustrie und einzigen Markt mit einem gesunden Aufschwung".

Der Boom auf Chinas Automarkt ist auch durch die Regierung in Peking ausgelöst. Sie hat unter anderem die Verkaufssteuer für Pkw mit weniger als 1,6 Litern Hubraum halbiert und unterstützt Autokäufer in ländlichen Regionen mit Zuschüssen. 2008 war das Wachstum auf dem chinesischen Markt auf die niedrigste Rate seit mehr als einem Jahrzehnt gefallen, seit Februar 2009 ziehen die Verkäufe wieder an.

Der Absatz im Reich der Mitte würde Pieper zufolge aber selbst ohne die staatlichen Anreize steigen. "Die Aussichten für die kommenden zehn Jahre sind dort die weltweit besten." Der Analyst erwartet jährliche Wachstumsraten von mindestens zehn Prozent. Die Bedeutung für die deutschen Hersteller wachse also. "Besonders profitieren Porsche, BMW und an dritter Stelle VW." Insbesondere der Markt für Premiumautos sei noch sehr aufnahmefähig. Porsche verkaufe schon heute jedes zehnte Auto in China. Der dortige Markt wird für den Sportwagenbauer nach Piepers Erwartungen schon "in höchstens zwei bis drei Jahren" wichtiger als der deutsche sein.

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