Prognose gekappt
Energiewende lähmt Bilfinger

Noch im Mai hatte Roland Koch die Prognose bekräftigt, doch jetzt ist alles anders: Bilfinger wird dieses Jahr die Gewinne nicht steigern können. Schuld daran soll die Energiesparte sein.
  • 0

BerlinDie Energiewende vermasselt dem Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger die erhoffte Gewinnsteigerung in diesem Jahr. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) dürfte 2014 bei 380 bis 400 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Bisher hatte Bilfinger damit gerechnet, 2014 bei deutlich mehr als den 2013 erzielten 419 Millionen Euro zu landen. Im ersten Halbjahr soll das bereinigte Ebita deutlich unter dem Vorjahreswert liegen.

Im späten außerbörslichen Handel bei Lang & Schwarz zeigten sich die Aktionäre in einer ersten Reaktion verschnupft: Die Titel sackten um mehr als drei Prozent ab. Konzernchef Roland Koch hatte noch Anfang Mai vor Beginn der Hauptversammlung die alten Prognosen bekräftigt.

Energie-Geschäft leidet

Die Bauleistung soll sich 2014 mit 7,9 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Das bereinigte Konzernergebnis dürfte von 255 Millionen Euro auf 230 bis 245 Millionen Euro sinken.

Insbesondere das Geschäftsfeld Power leidet nach der Mitteilung unter den Folgen der Energiewende in Deutschland, die bei den Energieversorgern zu einer erheblichen Investitionszurückhaltung führe. Die negativen Auswirkungen auf das Investitionsverhalten in anderen Ländern Zentraleuropas seien in ihrer Dimension nicht absehbar gewesen.

So habe beispielsweise kostenloser deutscher Windstrom Kraftwerksneubauten in Polen verhindert. Zudem spüre der Öl- und Gassektor die drastischen Sparmaßnahmen seiner europäischen Kunden in der Wartung und Instandhaltung, ausgelöst durch die sinkenden Gaspreise in den USA.

Im Geschäftsfeld Power rechnet Bilfinger daher mit einer auf 1,5 Milliarden Euro geschrumpften Leistung (2013: 1,7) und einer auf 6 Prozent gesunkenen Ebita-Marge (2013: 8,9). Bei den anderen Bereichen erwartet das Unternehmen hingegen eine Margensteigerung. Die Probleme dürften auch die Mitarbeiter zu spüren bekommen. Bilfinger kündigte Kapazitätsanpassungen und kurzfristige Kostensenkungsprogramme an.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Prognose gekappt: Energiewende lähmt Bilfinger"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%