Prognose gesenkt
Generika-Konkurrenz belastet Pfizer

Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer hat wegen des schwachen Verkaufs des Diabetesmittels Exubera und der Konkurrenz von Generikaanbietern weniger verdient und die Prognose für 2007 gesenkt.

dpa-afx NEW YORK. Wegen der erwarteten Konkurrenz für das Blutdruckmittel Norvasc werde nun 2007 mit einem Umsatz in Höhe von 47 bis 48 Mrd. Dollar gerechnet und einem bereinigten Gewinn pro Aktie von 2,08 bis 2,15 Dollar gerechnet, teilte der Hersteller der Potenzpille Viagra am Freitag in New York mit. Pfizer hatte das inhalierbare Diabetesmittel im vergangenen Jahr vom Konkurrenten Sanofi-Aventis für 1,3 Mrd. Dollar übernommen. Vorbörslich gaben Pfizer-Aktien mehr als ein Prozent auf 26,66 Dollar nach.

Bisher hatte Konzernchef Jeffrey B. Kindler mit einem auf Vorjahresniveau stagnierenden Umsatz von rund 48,4 Mrd. Dollar und einem Gewinn je Aktie vor Sonderposten von 2,18 bis 2,25 Dollar gerechnet. Als weitere Enttäuschung wurde am Markt die Äußerung Kindlers aufgenommen, Pfizer rechne 2007 für das weltweit meistverkaufte Medikament, Lipitor, mit einem moderaten Wachstum bis leichten Rückgang. Die Produktentwicklungs-Palette mit aussichtsreichen neuen Medikamenten ist bei Pfizer momentan relativ bescheiden.

Ab 2010/2011 droht das Auslaufen des Patentschutzes für den Cholesterin-Senker Lipitor. 2006 spülte das Mittel Pfizer einen Umsatz von knapp 13 Mrd. Dollar in die Kasse und war damit das umsatzstärkste Medikament weltweit. Das zuvor als Erfolg versprechendes Nachfolgeprodukt für Lipitor eingestuft Torcetrapib sorgte im Dezember wegen Sicherheitsbedenken für eine herbe Enttäuschung. Pfizer-Chef Kindler tritt deshalb auf die Kostenbremse. Er will mit Hilfe einer Restrukturierung, Betriebs- und Forschungslabor-Schlie ßungen und Massenentlassungen von global insgesamt 10 000 Beschäftigten gegensteuern und jährlich bis zu zwei Mrd. Dollar einsparen.

Im ersten Quartal brach der Gewinn von 4,11 Mrd. Dollar im Vorjahr oder 56 US-Cent auf 48 Cent pro Aktie oder 3,39 Mrd. Dollar ein. Bereinigt kletterte der Überschuss pro Anteilsschein nach Pfizer-Angaben dagegen um 15 Prozent auf 68 US-Cent. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn pro Aktie von 57 Cent gerechnet. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 12,47 Mrd. Dollar.

Mit der Umsatzentwicklung von Exubera ist Pfizer alles andere als zufrieden: "Auch wenn wir glauben, dass Exubera vielen Diabetespatienten helfen kann, sind wir mit der Umsatzentwicklung des Produktes bis jetzt unzufrieden", wird Kindler in der Mitteilung zitiert. Der frühere als erwartete Patentverlust für das Blutdruckmittel Norvasc, das Pfizer 2006 einen Umsatz von rund 4,9 Mrd. Dollar in die Kassen gespült hatte, beurteilte Pfizer ebenfalls als Enttäuschung.

Zuvor hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA dem amerikanischen Generikahersteller Mylan Laboratories den exklusiven Vertrieb einer eigenen generischen Version des Pfizer-Medikaments Bluthochdruckmittels Norvasc eingeräumt. Mylan darf das Norvasc-Generikum für sechs Monate exklusiv vertreiben. In den USA wurde Ende März vor einem Berufungsgericht im Patentstreit um Norvacs eine Entscheidung zu ungunsten Pfizers getroffen. Das Berufungsgericht hatte die Entscheidung einer niedrigeren Instanz aufgehoben, in der das Norvasc-Patent für rechtskräftig erklärt wurde.

Pfizer rechnet im laufenden Jahr mit einem Gewinn pro Aktie von 1,30 bis 1,41 Dollar. 2008 soll das Ergebnis pro Aktie 1,75 bis 1,93 Dollar und der Umsatz 46,5 bis 48,5 Mrd. Dollar betragen. Pfizer sieht sich dem Patentauslauf wichtiger Medikamente gegenüber, was nach Einschätzung von Branchenexperten zu einer härteren Konkurrenz von Generika-Anbietern führen wird.

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