Prognose gesenkt
Rolls-Royce bekommt Probleme mit A380-Triebwerken zu spüren

Nach dem Ausfall eines A380-Triebwerks vergangene Woche und der dadurch erzwungenen Notlandung einer Qantas-Maschine hat der Hersteller Rolls Royce die Ursache des Unfalls identifiziert. Die Probleme verhageln dem Konzern die Bilanz.
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jkn/slo/HB LONDON/FRANKFURT. Es sei nun klar, dass der Zwischenfall spezifisch für das Triebwerk Trent 900 sei, teilte Rolls Royce anlässlich der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Freitag mit. Der Unfall hänge mit einer bestimmten Triebwerkskomponente zusammen, die den Turbinenbrand ausgelöst habe. Dieser habe im Bereich der Mitteldruckturbine zum Bruch der Turbinenscheibe geführt - die vom Aussehen her einem Zahnrad ähnelt. Der Fehler betreffe die gesamte Triebwerksserie.

Vorstandschef John Rose erklärte am Freitag, Sicherheit habe oberste Priorität für das Unternehmen. Deshalb werde es bei den Triebwerken fehlerhafte Module ersetzen - in Absprache mit dem Flugzeugbauer Airbus und den Fluggesellschaften. Er bedauere den Zwischenfall. Man arbeite mit Airbus zusammen, damit der Flugzeugbauer schrittweise die gesamte Flotte wieder in Betrieb nehmen könne.

"Dieses Ereignis und das konsequente Handeln werden Einfluss auf das finanzielle Abschneiden der Gruppe in diesem Jahr haben", sagte Rose zu den Problemen mit den A380-Triebwerken. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde deshalb zurückgenommen. Das Gewinnwachstum werde etwas geringer ausfallen als die zur Jahresmitte prognostizierten vier bis fünf Prozent, erklärte Rolls Royce.

Die Kosten für die Beseitigung der Triebwerksprobleme würden komplett 2010 verbucht, sagte Rolls-Royce-Chef Rose, ohne Zahlen zu nennen. Nick Cunningham, Analyst bei Agency Partners in London, schätzt die Kosten einer Turbinen-Reparatur auf eine Mio. Pfund, bei 80 Triebwerken wären das 80 Mio. Pfund oder rund 93 Mio. Euro. Hinzu kommen die Ausfälle bei den Fluggesellschaften, für die Rolls-Royce je nach Vertrag zum Teil geradestehen muss. Experten setzen hier pro Reparaturtag und Maschine 200 000 Dollar an. Bei 20 Flugzeugen und je zwei Tagen Reparatur kommen acht Mio. britische Pfund hinzu - macht zusammen knapp 90 Mio. Pfund.

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  • Sehr geehrte Damen und Herren,

    der Artikel ist in der Ausdrucksweise zu den technischen bezeichnungen und Funktionen nicht sehr überzeugend und könnte besser sein.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ludwig Holly

  • Hier wird klar, dass ingenieure bei der Entwicklung von kritischen Komponenten nur die zweite oder dritte Geige spielen. Sie werden nur als lebende Kostenträger betrachtet und behandelt. Für die Öffentlichkeit soll es so aussehen, dass die positiven Ergebnisse der bWL-Riege zu verdanken sind, Fehlschläge aber von den unfähigen ingenieuren verursacht werden. Dass aber die Knebelung der Kosten und die höchst gefährlichen Ablaufvorgaben, wie Einschränkung der Erprobung und Auslagerung der Konstruktion zu billigkonstruktionsbedingungen, die Qualität auf Kosten der Sicherheit senkt, ist dem bML-Management bewußt, aber Menschenleben werden riskiert zur Steigerung der Rendite.

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