Prognose steht
Dürr schafft erneut Auftragsplus

Die anhaltende Nachfrage der Autoindustrie sorgte für einen steigenden Umsatz und Gewinn. Trotz Schuldenkrise hat der Maschinenbauer Dürr seinen guten Lauf fortgesetzt. Der Umsatz soll noch weiter steigen.
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Bietigheim-BissingenDer Maschinen- und Anlagenbauer Dürr profitiert weiter von der weltweiten Investitionswelle der Automobilhersteller. Anzeichen für eine Verlangsamung der Nachfrage kann der vor allem für seine Lackieranlagen bekannte Konzern aus Bietigheim-Bissigen bei Stuttgart noch nicht erkennen. Die Auftragslage sei sowohl in den Wachstumsmärkten Asiens und Südamerikas als auch in Amerika und Europa nach wie vor rege, schreibt der Vorstand in seinem am Mittwoch veröffentlichten Bericht für die Monate Januar bis Juni.

"Das erste Halbjahr - und hier speziell das zweite Quartal - verlief stärker als erwartet", zog Vorstandschef Ralf Dieter Bilanz. Damit wächst bei Dürr noch die Zuversicht für die zweite Jahreshälfte: "Wir sind auf gutem Weg, um unser Margenziel von 6,5 bis 7 Prozent im Gesamtjahr 2012 sicher zu erreichen", ist Dieter überzeugt.

Dürr übertraf im zweiten Quartal sowohl mit Auftragseingang und Umsatz als auch mit dem Ergebnis die Erwartungen der Börse deutlich. Der Ordereingang kletterte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13 Prozent auf 725 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 41 Prozent auf 600 Millionen Euro zu, der Gewinn vor Steuern und Zinsen sogar um 77 Prozent auf 42,7 Millionen Euro. Nach Steuern verdiente der vom früheren Deutsche-Bahn -Chef Heinz Dürr und seiner Familie kontrollierte Konzern mit 26,8 Millionen Euro fast 90 Prozent mehr, da die Kapazitäten besser als im Vorjahr ausgelastet waren.

Die Mitarbeiterzahl werde die Marke von 7500 Beschäftigten am Ende dieses voraussichtlich überschreiten, stellte Dürr in Aussicht. Ende Juni waren rund um den Globus gut 7300 Mitarbeiter für Dürr tätig, ein Drittel davon sind in den Wachstumsmärkten tätig. Das Orderbuch für Lackieranlagen, Montagesysteme sowie Auswucht- und Reinigungsmaschinen wird immer dicker.

Ende Juni erreichte der Auftragsbestand 2,39 Milliarden Euro und wuchs damit binnen Jahresfrist um 37 Prozent - damit ist die Auslastung bis weit in das nächste Jahr hinein gesichert. "Entgegen dem allgemeinen Trend haben wir nicht nur im Anlagenbaugeschäft, sondern auch in den Maschinenbaubereichen weiter zugelegt", stellte Vorstandschef Dieter heraus.

Er baut auf die ungebrochene Nachfrage der Kunden aus der Automobilindustrie, die weltweit neue Produktionskapazitäten aufbaut. Dürr gilt bei Lackierrobotern als führender Anbieter vor dem schwäbischen Konkurrenten Eisenmann und den Industrieausrüstern ABB sowie Fanuc. Die immer dunkler werdenden Wolken am Konjunkturhimmel ignoriert der vom Export abhängige Konzern dennoch nicht: "Wir verfolgen die gesamtwirtschaftliche Entwicklung aber aufmerksam und sind gerüstet, falls die Eurokrise stärkere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben sollte", versicherte Dieter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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