Prognose zeigt nach oben
Rheinmetall verdiente im Halbjahr deutlich mehr

Der Technologiekonzern Rheinmetall hat im ersten Halbjahr 2003 vor allem dank seiner Autozuliefer- und Rüstungssparte deutlich mehr verdient. Für das Gesamtjahr strebt das Düsseldorfer Unternehmen, das unter anderem die Waffen für den Kampfpanzer „Leopard 2“ baut, ein über dem Vorjahreswert liegendes Ergebnis im operativen Geschäft an.

Reuters DÜSSELDORF. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 20 % auf 59 Mill. €, teilte Rheinmetall am Montag mit. Der Umsatz lag mit 2,124 Mrd. € nur knapp unter den im Vorjahr vereinnahmten 2,138 Mrd. €. Bereinigt um Veränderungen im Konsolidierungskreis sei der Umsatz um zwei Prozent gestiegen. Wesentlichen Anteil hieran habe neben der Sparte Automotive auch der Bereich Defence (Rüstung) gehabt, der dank Kosteneinsparungen im Halbjahr in die Gewinnzone zurückkehrte.

Zusätzlich habe die deutlich niedrigere Verschuldung im Konzern zu erheblichen Zinsersparnissen geführt, hieß es im Zwischenbericht weiter. Das Zinsergebnis verbesserte sich auf minus 39 (minus 47) Mill. €. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte 20 (zwei) Mill. €. Auch die Auftragslage habe sich im ersten Halbjahr weiter verbessert. Der Auftragseingang stieg um neun Prozent auf 2,208 Mrd. €.

Wieder operative Ergebnisverbesserung erwartet

Für das Gesamtjahr rechnet Rheinmetall unter der Voraussetzung einer sich nicht weiter abkühlenden Konjunktur mit einem über dem Vorjahr liegenden operativen Ergebnis. 2002 hatte der Technologiekonzern ein EBIT von 392 Mill. € ausgewiesen. Analysten zeigten sich zufrieden mit den Geschäftszahlen. Angesichts der guten Ertragsentwicklung sei der Ausblick für das Gesamtjahr aber sehr vorsichtig, kommentierte etwa die Investmentbank HSBC Trinkaus & Burkhardt.

An der Börse gaben die Rheinmetall-Aktien im Vormittagsverlauf ihre kräftigen Anfangsgewinne wieder ab. Zwei Stunden nach Handelsbeginn verzeichneten die im Nebenwertesegment MDax notierten Titel bei 25,50 € einen Aufschlag von 0,39 %.

Rüstungssparte wieder in der Gewinnzone

Den Ergebniszuwächsen in den Unternehmensbereichen Automotive und Defence stand ein Gewinnrückgang in der Sparte Electronics gegenüber, hieß es. Begründet wird dieser im Wesentlichen mit dem im November 2002 vollzogenen Verkauf der ertragsstarken Elektronik-Tochter Heimann Systems.

Der Rüstungssparte gelang trotz der unverändert restriktiven Beschaffungspolitik des Verteidigungsministeriums beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern mit fünf (Vorjahr minus 19) Mill. € die Rückkehr in die Gewinnzone. Rheinmetall führte dies unter anderem auf eine verbesserte Kostenstruktur zurück. Der 34-prozentige Anstieg des Auftragseingangs im Halbjahr auf 731 Mill. € spiegele vor allem den Auftrag von Leopard-2-Kampfpanzern aus Griechenland wieder, hieß es. Der Rheinmetall-Anteil an diesem Großauftrag bezifferte ein Unternehmenssprecher auf einen Betrag in dreistelliger Millionen-Höhe. Rheinmetall rüstet den von Krauss-Maffei gebauten Leopard-2-Panzer mit Waffensystemen und der Elektronik aus.

Die Autozuliefer-Tochter Kolbenschmidt Pierburg hatte bereits am vergangenen Freitag für das erste Halbjahr 2003 ungeachtet der schwachen Autokonjunktur über einen deutlichen Gewinnanstieg berichtet. „Für das zweite Halbjahr 2003 zeichnet sich noch keine fundamentale Erholung der Automobilkonjunktur ab“, hieß es. Dennoch sollte im Gesamtjahr ein Konzernergebnis auf Vorjahreshöhe erreicht werden. 2002 hatte Kolbenschmidt einen Gewinn vor Steuern von 57 Mill. € ausgewiesen.

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