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Prognosen für 2009: Boom der Windkraft ist vorerst vorbei

Der Windenergiebranche steht vor einem schwierigem Jahr. Da sich die Banken bei der Finanzierung neuer Windparkprojekte zurückhalten, haben die meisten Experten ihre Prognose für das kommende Jahr zurückgeschraubt. Manch einer zeichnet bereits ein düsteres Bild.

Windpark vor der dänischen Küste: Experten rechnen mit einem Rückgang der installierten Windkraftleistung. Foto: AP Quelle: ap
Windpark vor der dänischen Küste: Experten rechnen mit einem Rückgang der installierten Windkraftleistung. Foto: AP Quelle: ap

DÜSSELDORF. Mit Verweis auf die eingetrübte Erwartung kürzte auch Nordex-Chef Thomas Richterich den Ausblick auf 2009: Eine Reihe von Projekten werde sich wohl auf die beiden folgenden Jahren verzögern, sagte der Manager bei der Vorlage der Bilanz für das dritte Quartal.

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Statt mit einem Umsatzzuwachs von rund 50 Prozent rechnet er nun mit einem Plus zwischen zehn und 15 Prozent. Zugleich warnte er: "Das Ergebnis wird 2009 geringer sein als 2008." Das Margenziel von 5,5 bis sechs Prozent werde nicht erreicht. Richterich begründete dies damit, dass Nordex an den Investitionen festhalten will und dafür Einbußen beim Ergebnis akzeptiert.

Zu den Plänen gehört auch der Bau einer eigenen Windkraftanlagen-Fertigung in den Vereinigten Staaten, mit der die Hamburger auf den weltweit wichtigsten Markt vordringen wollen. Für eine Fabrik mit einer jährlichen Kapazität von 750 Megawatt (MW) sind Ausgaben von 80 Mio. Euro geplant.

Bislang steuert das US-Geschäft nur einen Bruchteil zum Umsatz bei, der im vergangenen Quartal um 85 Prozent auf 315,2 Mio. Euro wuchs. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) erhöhte sich um 165 Prozent auf 21 Mio. Euro, und der Überschuss verdoppelte sich auf 15,8 Mio. Euro. "Das ist mit Abstand das erfolgreichste Quartal in der Geschichte von Nordex", sagte Richterich. Allerdings machte sich die Zurückhaltung der Kunden bereits beim Auftragseingang bemerkbar; dies sank im Jahresvergleich leicht.

Für das kommende Jahr malen Experten ein düsteres Bild: Die Beratungsfirma Make nahm ihre Prognose zurück und rechnet nun statt mit einem Wachstum mit einem Rückgang der weltweit installierten Windkraftleistung um sieben Prozent. Die Banken würden sich stärker als zuvor erwartet bei der Finanzierung von Projekten zurückhalten, heißt es in einer kürzlich veröffentlichten Studie.

Diese Beobachtung machen auch die Analysten der Royal Bank of Scotland: "Die Finanzinstitute reduzieren ihre Kredite an Windparkprojektierer, aber stoppen sie nicht." Das Bankhaus ist der größte Finanzier der Windbranche in Europa.

Nordex ist mit seinen Absatzsorgen für das kommende Jahr nicht alleine. Auch Weltmarktführer Vestas und die deutsche Repower können sich dem Abschwung nicht entziehen und rechnen mit Belastungen.

Die Branche hängt in zunehmendem Maße von den USA ab, die sich zum Hauptabsatzmarkt für die junge Industrie entwickelt haben. Wegen der schwierigen Wirtschaftslage dort halbierte allerdings die Deutsche Bank ihre weltweite Marktprognose für 2009 auf 13 Prozent, womit sich die Analysten optimistischer als die Make-Experten zeigen. Große Hoffnungen legt die Branche auf den neuen US-Präsidenten Barack Obama, der sich in Reden für einen Ausbau der erneuerbaren Energien ausgesprochen hat.

Der deutsche Markt wird sich nach Einschätzung des Bundesverbands Windenergie im kommenden Jahr stabil entwickeln. "Wir denken, dass wir eine installierte Leistung von rund 2 000 MW sehen werden", sagte ein Sprecher. Dies wäre indes deutlich weniger als 2001 bis 2003.

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