Projekt "FC Deutschland": Wirtschaft steht hinter WM-Kampagne

Projekt "FC Deutschland"
Wirtschaft steht hinter WM-Kampagne

Die Imagekampagne zur Fußball-WM 2006 kann auf breite Unterstützung aus der Wirtschaft hoffen. Während in den beteiligten Werbe-Agenturen das Konzept den letzten Schliff erhält, zeichnet sich in der Industrie eine immer breitere Beteiligung ab. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Handelsblatts unter deutschen Großunternehmen.

DÜSSELDORF. Die meisten Firmen wollen ihre endgültige Zustimmung nicht vor der Präsentation des Konzeptes geben, das am 28. Februar auf den Tisch kommt. Drei Werbeagenturen unter der Führung von Scholz & Friends sollen ein Konzept entwickeln, das im Umfeld der Fußballweltmeisterschaft ein positives Deutschland-Bild im In- und Ausland vermittelt. Initiiert wurde das Projekt "FC Deutschland" im vergangenen Herbst vom damaligen BDI-Präsidenten Michael Rogowski und Bundeskanzler Gerhard Schröder. Unstimmigkeiten zwischen den Beteiligten Werbe-Agenturen sowie der Vorwurf der politischen Einflussnahme im Wahljahr 2006 haben das Projekt in den vergangenen Monaten in die Schlagzeilen gebracht.

„Sobald die Initiative FC Deutschland ein konkretes Konzept vorlegt, wird die Allianz sich entscheiden, ob und in welcher Form sie dieses unterstützen wird“, sagt Allianz-Chef Michael Diekmann, der einer Beteiligung prinzipiell positiv gegenübersteht. „Es ist richtig, Deutschland im Zuge der WM als Industriestandort zu präsentieren“, sagt Meinolf Sprink, Sportbeauftragter der Bayer AG. Die Tatsache, dass wenige Monate später die Bundestagswahl stattfinde, "ist nun einmal nicht zu ändern“, sagt Sprink.

„Die WM ist eine Plattform, die wir nutzen möchten“, pflichtet auch die Lufthansa bei. Deshalb werde eine Beteiligung des Konzerns durchgespielt, sagt ein Lufthansa-Sprecher. Ähnlich äußern sich auch die Energieversorger RWE und EnBW. Zustimmung signalisieren ebenfalls die Deutsche Telekom und die Deutsche Bank sowie Siemens. Auch der Chemieriese BASF ist an dem Projekt interessiert: „Wir unterstützen eine Kampagne für den Standort Deutschland“, heißt es in Ludwigshafen. Wichtig sei aus Sicht des Unternehmens, dass die Kampagne politisch neutral sei. Dass Bundespräsident Horst Köhler seine Bereitschaft angedeutet hat, die Schirmherrschaft zu übernehmen, erleichtert den Firmen offenbar die Zusage.

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