Projektverschiebungen belasten
Nordex bläst Wind ins Gesicht

Die Windenergiebranche steckt in der Krise. Auch der Hamburger Windenergieanlagehersteller Nordex schreibt Quartal für Quartal Verluste. Der Blick jedoch bleibt nach vorn gerichtet: Im Geschäftsjahr 2004/2005 will man in die Gewinnzone zurückkehren.

HB HAMBURG. Projektverschiebungen haben das Neugeschäft von Nordex im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2002/2003 belastet und nach neun Monaten zu einem deutlichen operativen Verlust geführt. Auch im vierten Quartal rechnet Nordex mit einem operativen Verlust.

Die Gesamtleistung sei in den ersten neun Monaten auf rund 206 Mill. € von 299 Mill. € zurückgegangen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. „Hintergrund hierfür ist das durch Projektverschiebungen stark rückläufige Neugeschäft.“ Der Auftragseingang habe sich auf rund 118 Mill. € belaufen. Ein Vergleich mit dem Neugeschäft von 330 Mill. € im Vorjahr sei nur eingeschränkt möglich, da das Unternehmen seit Jahresanfang nur noch solche Kaufverträge als Auftragseingang verbuche, für die der Kunde auch eine gesicherte Finanzierung nachweisen könne. Insbesondere die Finanzierung von deutschen Windparkprojekten habe sich durch lange Bearbeitungszeiten bei Kreditinstituten deutlich verzögert.

Vor Steuern und Zinsen (Ebit) sowie vor Sonderaufwendungen sei nach neun Monaten ein Verlust von 48,9 Mill. € angefallen nach einem Gewinn im Vorjahreszeitraum von 10,1 Mill. €, teilte das im TecDax gelistete Unternehmen mit. „Dieser Verlust ist vor allem wegen nicht gedeckter Fixkosten und unkalkuliert hoher Aufwendungen bei der Realisierung einzelner Windparks entstanden.“ Zudem habe das Unternehmen weitere Rückstellungen in Höhe von 6,6 Mill. € gebildet, im Wesentlichen für erwartete Forderungsausfälle.

Im vierten Quartal werde noch mit einem operativen Verlust gerechnet, prognostizierte Nordex. Für das Gesamtjahr werde ein Umsatz von rund 230 Mill. € erwartet, bekräftigte das Unternehmen die reduzierte Prognose. Im Geschäftsjahr 2003/2004 solle eine deutliche Ergebnisverbesserung erzielt werden, eine Rückkehr in die Gewinnzone sei für das Geschäftsjahr 2004/2005 geplant. Nordex hatte die Veröffentlichung seiner Quartalszahlen verschoben, weil bei einer Plausibilitätsprüfung Fragen aufgetaucht waren. Nach nur rund einem Monat im Amt war Ende August der Vorstandschef Stefan Klebert aus persönlichen Gründen zurückgetreten.

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