Prokon-Chef muss gehen: Aus für den Graumarkt-Guru

Prokon-Chef muss gehen
Aus für den Graumarkt-Guru

Carsten Rodbertus ist nicht mehr Geschäftsführer von Prokon. Der Insolvenzverwalter entließ den Firmengründer und seinen Kollegen mit sofortiger Wirkung. Es sei keine konstruktive Zusammenarbeit mehr möglich gewesen.
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Er hat Prokon aufgebaut, groß gemacht – und ein Insolvenzverfahren eingebrockt: Carsten Rodbertus. Nun muss der Firmengründer den Windkraft-Dienstleister verlassen. Der Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin hat Rodbertus sowie den anderen Geschäftsführer Rüdiger Gronau mit sofortiger Wirkung freigestellt. Als Grund nennt Penzlin, dass er „leider keinen Raum mehr für eine konstruktive Zusammenarbeit“ gesehen habe. Sowohl die „Tätigkeiten“ von Rodbertus und Gronau sowie „ihre jüngsten Äußerungen über Prokon“ hätten dafür keinen Raum mehr gelassen.

Der Prokon-Gründer verliert nicht nur seinen Chefposten in der Muttergesellschaft. Auch die Führung sämtlicher Tochtergesellschaften muss er abgeben. Die Mitarbeiter des Konzerns wurden von der Entlassung ihrer Geschäftsführer per E-Mail informiert. Darin schreibt Penzlin, er bedauere diesen Schritt, er sei aber erforderlich, „um wieder die für die Sanierung erforderliche Ruhe ins Unternehmen zu bringen“.

Ruhig, das war Rodbertus wahrlich nie. Erst vor kurzem gründete der einstige Chef eine Genossenschaft. Er wollte darin einige Geschäftsbereiche von Prokon fortführen, unter anderem den Vertrieb. Man könnte es als seinen letzten Versuch ansehen, das Unternehmen mit aller Kraft bei sich zu halten. Wer sich die Vergangenheit von Prokon anschaut, wird darüber nicht verwundert sein.

Carsten Rodbertus war stets überzeugt von seiner Vision der grünen Energie, die nebenbei noch Geld einbringt. Auf Informationsveranstaltungen stellte er sich gerne als lauten Gegenentwurf zu den gierigen Banken dar. Er pries seine fragwürdige Geldanlage als Philosophie an, die „eine Frage der Einstellung, der Motivation“ sei, wie er selbst im Imagefilm von Prokon erklärt.

An dieser Philosophie hielt er bis zum Schluss fest. Bis zum Schluss bat er die Anleger, an Prokon zu glauben. Einige taten dies und gründeten die „Freunde von Prokon“. Viele taten es aber auch nicht, sie wollten ihr Geld zurück. Ihnen warf Rodbertus indirekt vor, Schuld an der Insolvenz von Prokon zu sein. Genau, wie er auch den Medien stets vorwarf, Schuld an dem negativen Image seines Unternehmens zu sein.

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Nur nicht die Philosophie aufgeben

Kommentare zu " Prokon-Chef muss gehen: Aus für den Graumarkt-Guru"

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  • Ich hoffe sehr, dass Herr Rodbertus in persönliche Haftung genommen wird und für eine Sehr lange Zeit einfährt. Prokon ist exemplarisch für die gesamte Energiewende und das Desaster was uns noch bevorsteht wird Prokon zu einem "Kleckerbetrag" machen.

  • Verein? Ist Frau Merkel da als Mitglied tätig?

  • Die ganze Energiewende per EEG und damit die sog. Erneuerbare Energiebranche ist ein einziger Graumarkt Guru Abzockerverein.
    Prokon, Windreich, Solarworld usw.
    Energiewende/EEG = asoziale und perfide Abzocke am deutschen Bürger. Bürger zockt Bürger ab und der Staat zockt per MWST Mehreinnahmen per EEG auch noch den Bürger ab. Diese Energiewende (Erneuerbare Energie) Abzockspirale wird in Chaos, Mangel und Armut enden!

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