Prominente Abgänge im Forschungsbereich
Leistungsträger verlassen Schering

Schering laufen wichtige Mitarbeiter davon. Der von Bayer übernommene Berliner Pharmakonzern sei von "massiver Abwanderung" betroffen, heißt es aus Unternehmenskreisen. Viele Abteilungsleiter aus Verwaltung und Forschung hätten sich entschlossen, den Konzern zu verlassen.

BERLIN. Noch am Montag hatte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Wenning bei Bekanntgabe der Quartalszahlen versucht, das Problem herunterzuspielen. Er räumte zwar ein, dass "vereinzelt Mitarbeiter Schering verlassen", hatte aber betont, dass "wichtige Leistungsträger" nicht dabei seien. Schering hatte bislang nur offiziell bekannt gegeben, dass Kommunikationschef Christof Ehrhart den Konzern verlässt und zum 1. Januar zum Luft- und Raumfahrtkonzern EADS wechselt.

Im Unternehmen stieß die Aussage Wennings auf Unverständnis. Wichtige Schlüsselpositionen müssten neu besetzt werden, hieß es dort. So werde Accounting-Chef Klaus Menken, ein hoch an gesehener Experte, Schering im kommenden Jahr verlassen. Prominente Abgänge gibt es auch in der Forschung. Der Hauptabteilungsleiter Pharmakogenomics, Claus-Steffen Stürzebecher, wechsle in gleicher Funktion zu Novartis, der Abteilungsleiter Krebsforschung (Onkologie), Andreas Menrad, zu dem britischen Biotechunternehmen Genzyme. Bei Schering war er am Mittwoch schon nicht mehr zu er reichen. Die Onkologie gilt in der Pharmabranche als einer der wichtigsten Zukunftsbereiche. Bereits gegangen ist auch der Chef des weltweiten Projektmanagements, Klaus Nikisch, und der Abteilungsleiter Klinische Entwicklung und Imaging, Wolf-Steffen Richter, der sich mit einem eigenen Unternehmen in Berlin selbstständig gemacht hat.

Die Mitarbeiter seien extrem verunsichert, hieß es aus dem Unternehmen, Eine Schering-Sprecherin sagte dazu: "Die Schering AG verzeichnet keine bedrohliche Abwanderung." Nur vereinzelt würden Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Der Betriebsrat war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Schering war für knapp 17 Mrd. Euro von Bayer übernommen worden. Bayer hatte früh angekündigt, dass 6 000 der 60 000 Stellen in der zusammengelegten Pharmasparte abgebaut würden.

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