Protest gegen Sparprogramm
Mitarbeiter legen Airbus lahm

Aus Protest gegen die unklare Zukunft ihrer Werke haben die Beschäftigen an den drei Airbus-Standorten Varel, Nordenham und Laupheim am Mittwoch die Arbeit niedergelegt.

dpa-afx HAMBURG. Im baden-württembergischen Laupheim, wo am Donnerstag ein Feiertag ist, haben die Arbeitnehmer nach Auskunft der IG Metall Küste bereits das Wochenende angetreten und wollen am Freitag nicht arbeiten; in Varel und Nordenham sind die Arbeitnehmer nach Betriebsversammlungen nach Hause gegangen und die Spät- und Nachtschichten sollen ihren Dienst nicht antreten. Airbus will die drei Werke mit insgesamt 4 700 Beschäftigten ganz oder teilweise verkaufen. Der Flugzeugbauer informierte am Mittwoch den französischen Betriebsrat über die Reorganisation im Zuge des Sanierungsplanes "Power8".

Die deutschen Arbeitnehmer protestieren gegen die nach ihrer Einschätzung unzureichende Informationspolitik und fehlende Beweglichkeit des Airbus-Konzerns. Am Vortag hatte Airbus-Chef Louis Gallois bei einer Sitzung des Europäischen Ausschusses bei Airbus Planungen und Ziele des Programms "Power8" vorgetragen und dabei Unzufriedenheit bei der Arbeitnehmerseite hervorgerufen. Es sei weiterhin nicht erkennbar, dass die Ausgliederung von Standorten notwendig sei, sagte Horst Niehus vom europäischen Airbus- Betriebsrat.

Für die Belegschaften seien keine klaren Zukunftsperspektiven erkennbar. Auch beim Abbau von "Personal in Gemeinkostenbereichen" (Verwaltung) gebe es keine nachvollziehbaren Antworten, auf welche Leistungen künftig verzichtet werde solle. Die Fragen der Arbeitnehmer seien vom Airbus-Management bislang nur unzureichend beantwortet worden.

Die EADS-Tochter will mit dem Programm "Power8" ab 2010 die Kosten nachhaltig um 2,1 Mrd. Euro pro Jahr senken. Dazu sollen europaweit rund 10 000 Stellen wegfallen, Werke verkauft und die Zulieferungen gebündelt werden. Auch will Airbus künftig auf teure doppelte Produktionsstrukturen in Hamburg und Toulouse verzichten. Die IG Metall lehnt bislang den Einstieg in nationale Verhandlungen über die Umsetzung von "Power8" ab, weil die operative Planung für die Jahre 2007 bis 2010 noch nicht vorliege. Der Aufsichtsrat der deutschen Airbus-Organisation soll sich Ende Juni wieder treffen.

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