Proteste nach Rückrufaktionen
Volkswagen in China unter Druck

Das Reich der Mitte ist der wichtigste Markt für Volkswagen. Jeder dritte Wagen wird in China verkauft. Der Rückruf von einer halben Million Autos vor zwei Wochen löst nun Proteste aus. Droht Volkswagen sogar eine Klage?
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ShanghaiSeit Volkswagen vor zwei Wochen in China eine Rückrufaktion für eine halbe Million Autos wegen Problemen mit der Hinterachse gestartet hat, geht unter Kunden die Angst um. Am vergangenen Wochenende protestierten in Shanghai, Shenzhen und einem weiteren Dutzend Metropolen Hunderte Besitzer der betroffenen Modelle Sagitar – einer Jetta-Version – und Beetle vor VW-Händlern. Die Webseite „Zhonggongwang“ des Gewerkschaftsverbandes sprach von dem „möglicherweise größten Protest von Autobesitzern in China“.

Der Sturm überraschte Europas größten Autobauer, der umgehend eine Aufklärungskampagne startete, um besorgte VW-Fahrer zu beruhigen. Es geht um 563.600 Sagitar-Modelle – und knapp 17.500 Beetle. „Es besteht kein Zweifel, dass der Sagitar ein sicheres Auto und die Achse ungefährlich ist“, bemühte sich China-Vorstand Jochem Heizmann vor Journalisten in Shanghai, den Image-Schaden auf dem größten Markt für Volkswagen zu begrenzen. Immerhin verkauft VW jedes dritte Auto weltweit auf dem Wachstumsmarkt in China.

Das Problem, das den Rückruf auslöste, tritt auch nur bei Autos auf, die einen Aufprall erlitten haben, wie Volkswagen versichert. Wird das Fahrzeug nach dem Unfall nicht in die Werkstatt gebracht und gründlich genug untersucht, bleibt der mögliche Defekt an dem Koppellenker - eines der Bauteile, die die Achse führen – unentdeckt. Und genau hier liegt in China das Problem, weil leicht mal oberflächlich repariert wird, wie Experten schildern. Im schlimmsten Fall kann es aber zu einem Bruch kommen, warnt Volkswagen.

Rund 100 Besitzer, die sich nach Unfällen über Probleme mit der Achse beschwerten, haben in China den Stein ins Rollen gebracht. Sie riefen die staatliche Qualitätsaufsicht auf den Plan, die seit August ermittelte und Druck auf Volkswagen ausübte. So kam es zu dem Rückruf, der in der Folge auch eine halbe Million Autos in den USA betrifft, da sich die Aufsichtsbehörden international austauschen. In den USA werden 400.600 Jetta und 41.600 Beetle zurückgerufen.

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