Protesttag: Betriebsrat droht Airbus mit Verzögerungen

Protesttag
Betriebsrat droht Airbus mit Verzögerungen

Im Streit um den geplanten Jobabbau bei Airbus in Deutschland haben IG Metall und Betriebsrat gedroht, mit weiteren Aktionen die Auslieferung von Flugzeugen zu verzögern.

HB HAMBURG. „Wenn wir erkennen, dass wir hier nicht zum Zuge kommen, wird das Unternehmen seine Lieferaussagen für 2007 revidieren müssen“, sagte der Betriebsratschef von Airbus-Deutschland, Rüdiger Lütjen. „Wir werden sicher nicht zusehen, wie nach der Entscheidung über die Einsparmaßnahmen die Dinge einfach umgesetzt werden.“ Der zum europäischen Rüstungskonzern EADS gehörende Flugzeugbauer hat bereits erhebliche Schwierigkeiten, Lieferfristen einzuhalten, und wird wegen der Verzögerungen das Geschäftsjahr 2006 vermutlich mit einem Verlust abschließen.

Den Auftakt des Protesttages bildete am Morgen eine Kundgebung im baden-württembergischen Laupheim, weitere Kundgebungen in Bremen und dem niedersächsischen Varel folgten. In allen Städten unterhält Airbus Werke. Dabei konzentrierte sich die Kritik sowohl von Politikern als auch der Arbeitnehmervertreter zunehmend auf das Airbus-Management. Die Airbus-Betriebsräte sehen durch das geplante Sparprogramm Power 8 zwischen 5 000 und 8 000 der insgesamt 23 000 Arbeitsplätze bei Airbus Deutschland in Gefahr.

Die Regierungschefs der betroffenen Bundesländer Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Baden-Württemberg solidarisierten sich mit den Beschäftigten. Am größten deutschen Standort Hamburg gab sich Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) unmittelbar vor der Veranstaltung kämpferisch. Hamburg werde nicht zulassen, dass die Endfertigung des A380 in der Hansestadt oder das geplante Auslieferungszentrum in Frage gestellt würden. Er erwarte, dass Airbus und der Mutterkonzern EADS zu allen Zusagen stehe. „Wir werden in allen diesen Fragen an der Seite der Mitarbeiter von Airbus stehen“, sagte Uldall.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sagte in Laupheim, an der Misere seien Fehler des oberen Managements und Abstimmungsprobleme zwischen den Hauptstadtorten Hamburg und Toulouse Schuld. Auch Bremens Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD) warf dem Management Fehler vor: „Wir werden alles tun, um wertvolle Arbeitsplätze zu erhalten. Die schwierige Situation ist durch Managementfehler verursacht. Wir sind bereit zu kämpfen, gemeinsam und für jeden Arbeitsplatz.“

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) warnte in Varel vor einer „einseitigen Benachteiligung“ der norddeutschen Standorte. Der stellvertretende Airbus-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Thomas Busch kritisierte zuvor: „Die Krise ist hausgemacht. Die Erfolge der vergangenen Jahre haben das Management geblendet.“

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