Prozess
Shell zahlt Millionen in Nigeria-Affäre

Shell wird von einer längst vergessenen Unannehmlichkeit eingeholt: Der Ölkonzern soll vor 14 Jahren mit der früheren Militärregierung Nigerias zusammengearbeitet haben, um Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten zum Schweigen zu bringen. Shell dementiert die Vorwürfe, zahlt aber dennoch 15,5 Millionen Dollar.

HB NEW YORK. 14 Jahre nach der Hinrichtung des nigerianischen Regimekritikers Ken Saro-Wiwa hat sich der niederländische Ölkonzern Shell vor einem New Yorker Gericht zur Zahlung von 15,5 Mio. Dollar bereiterklärt. Shell wies am Montag aber jedes Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem Tod des Schriftstellers und fünf weiterer nigerianischer Regierungsgegner von sich. In dem Verfahren vor einem US-Bezirksgericht war Shell vorgeworfen worden, mit der früheren Militärregierung Nigerias zusammengearbeitet zu haben, um die Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten aus dem ölreichen Ogoniland zum Schweigen zu bringen.

Die Ogoni-Bewegung um Saro-Wiwa hatte Shell vorgeworfen, die Umwelt in ihrem Siedlungsgebiet verseucht und zu Menschenrechtsverletzungen geschwiegen zu haben. Der Schriftsteller und weitere Menschenrechtler waren vom damaligen Militärregime um Sani Abacha des Landesverrats und Mordes angeklagt und am 10. November 1995 hingerichtet worden. Die Vollstreckung des Gerichtsurteils hatte eine internationale Protestwelle und Forderungen nach einem Boykott des Mineralölkonzerns Shell ausgelöst.

Ein Teil der 15,5 Mio. Dollar, die Shell jetzt zahlt, soll an die Hinterbliebenen der Hingerichteten gehen. Außerdem werden die Anwaltskosten in dem jahrelangen Rechtsstreit davon bestritten. Rund ein Drittel der Summe soll für die Gründung einer Stiftung verwendet werden, die verschiedene Sozialprogramme in Nigeria unterstützt, beispielsweise die Alphabetisierung von Erwachsenen und die Unterstützung von kleinen Unternehmen.

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