P+S Werften
Mit Spezialschiffen gegen den Wettbewerb

Nach der Beinahepleite kann sich der Bauer von Schiffen für die Öl- und Windkraftindustrie vor Aufträgen kaum retten. Ein Problem ist die Finanzierung.

BerlinDieter Brammertz ist ein ungewöhnlicher Vertreter der Schiffsbauindustrie. Statt wie die Konkurrenz über fehlende Aufträge zu jammern, kann sich der Chef der ostdeutschen P+S Werften vor Anfragen kaum retten. Sein Unternehmen baut schwere Spezialschiffe für die Öl- und Windkraftindustrie.

Diese Schiffe sind einige tausend Tonnen schwer, technisch anspruchsvoll - und sehr teuer. Rund 100 Millionen Euro oder mehr kosten die Schiffe, mit denen Unterseepipelines verlegt, Ölplattformen errichtet oder Windräder auf dem offenen Meer installiert werden.

Der Markt ist gigantisch. "Das Volumen liegt bei 60 Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren", so Brammertz. Nur wenige Werften können Spezialschiffe bauen. P+S Werften zählt dazu wie auch die Rivalen Daewoo und STX aus Südkorea. Mit der Fokussierung auf Spezialschiffe will sich Brammertz vom Wettbewerb abgrenzen. Gerade in Deutschland stürzen sich derzeit viele Schiffsbauer auf das Segment, da sie bei Frachtern im Wettbewerb mit der asiatischen Billigkonkurrenz nicht mithalten können.

Mit der Position von P+S fühlt sich Brammertz wohl, wenn nur die Finanzierung besser liefe. Die Banken halten sich mit Krediten für Werften momentan zurück. Drei Jahre nach Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise hat Deutschlands Werftenindustrie noch immer Probleme. Neue Aufträge trudeln nur spärlich ein, der Zugang zum Kreditmarkt ist schwierig.

Hilferuf von der Ostküste.

Erfolgsgeschichten in der Branche sind rar. Im Westen sticht die Meyer-Werft heraus, die zum Weltmarktführer bei Kreuzfahrtschiffen avancierte. In Ostdeutschland hat Meyer mit P+S Werften einen Nachahmer gefunden.
Brammertz kann sich als Vater des Erfolgs fühlen, dabei wurde er unverhofft auf den Chefsessel gehievt. Der frühere Fiat-Manager war gerade in Rente gegangen, als ihn Anfang vergangenen Jahres der Hilferuf von der Ostseeküste ereilte. Die Banken brauchten einen erfahrenen Unternehmer, der die taumelnden Werften rettet.

Die P+S Werfen gehörten damals zur Bremer Hegemann-Gruppe und waren mit den Standorten Stralsund und Wolgast faktisch pleite. Nur eine Staatsbürgschaft über 326 Millionen Euro rettete das Unternehmen. Kunden hatten ihre Aufträge storniert. Voraussetzung für die Staatshilfe war die Ausgliederung von P+S Werften in eine Treuhandfirma. Mittelfristig sollen die Bremer P+S zurückbekommen.

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Mit Spezialschiffen gegen den Wettbewerb

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Schwierige Vorfinanzierung

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