PSA-Chef Carlos Tavares
„Opels Kehrtwende müssen Opel-Leute schaffen“

Der Opel-Kauf durch PSA ist perfekt: Die Franzosen legen für den deutschen Autobauer eine Milliardensumme hin. PSA-Chef Tavares will einen „europäischen Auto-Champion“ schaffen – und durch Synergien viel Geld sparen.
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Paris/RüsselsheimDer französische Autokonzern PSA hat sich mit General Motors (GM) auf die Übernahme des Herstellers Opel verständigt. Der Kaufpreis für die GM-Europasparte mit den Marken Opel und Vauxhall liegt bei 1,3 Milliarden Euro, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. PSA mit seinen bisherigen Marken Peugeot, Citroën und DS will damit zu einem „europäischen Auto-Champion“ und zur Nummer Zwei hinter Volkswagen aufsteigen.

Neben dem Automobilgeschäft erwirbt PSA in einem Joint Venture mit der Großbank BNP Paribas auch das europäische Finanzierungsgeschäft GM Financial, dieses wird mit 0,9 Milliarden Euro bewertet. Insgesamt liegt das Transaktionsvolumen damit bei 2,2 Milliarden Euro, davon entfallen 1,8 Milliarden auf Peugeot.

Für GM ist der Verkauf dennoch ein Verlustgeschäft. Der Deal werde zu außerordentlichen Aufwendungen in Höhe von vier bis 4,5 Milliarden Dollar führen. GM zieht sich mit dem Verkauf von Opel aus dem verlustreichen Europa-Geschäft zurück und kappt damit nach 88 Jahren die Verbindung zu Opel.

Die Aktien des französischen Autobauers Peugeot stiegen in Paris bei überdurchschnittlichen Umsätzen um bis zu 5,2 Prozent und waren mit 20,06 Euro so teuer wie zuletzt vor fünfeinhalb Jahren. Die in Frankfurt notierten Titel von GM gewannen 1,3 Prozent.

„Wir sind zuversichtlich, dass der Turnaround von Opel/Vauxhall mit unserer Unterstützung deutlich beschleunigt wird“, erklärte PSA-Chef Carlos Tavares. „Gleichzeitig respektieren wir die Verpflichtungen, die GM gegenüber den Mitarbeitern von Opel/Vauxhall eingegangen ist.“ Für Montagvormittag war auch eine Pressekonferenz in Paris angekündigt.

Tavares will nach der Übernahme von Opel insgesamt 1,7 Milliarden Euro jährlich einsparen. „Wir glauben, dass wird mit diesem Deal die Effizienz auf ein höheres Level bringen können“, sagte er am Montag in einer Telefonkonferenz für Analysten. Als Beispiele nannte Tavares Mengeneffekte beim Einkauf, die Zusammenführung der Fahrzeug-Plattformen und eine effizientere Produktion. Die vollen Einspareffekte sollen 2026 wirksam werden. Tavares erneuerte seine Ansage, dass Opel seine Sanierung weitgehend selbst gestalten müsse: „Die Kehrtwende von Opel muss von den Opel-Leuten und dem Opel-Management geschaffen und umgesetzt werden.“

Die Übernahme verschafft den Rüsselsheimern nach Einschätzung von Opel-Chef Karl-Thomas Neumann neue Wachstumschancen. „Aus der heutigen Ankündigung entsteht die Chance, einen wirklichen europäischen Champion zu schaffen“, betonte Neumann in einer Botschaft an die Opel-Mitarbeiter. „Fast 17 Prozent gemeinsamer Marktanteil – das bedeutet Rang zwei in Europa. Wir würden von der neuen Größe profitieren, aber auch von einer gemeinsamen Fahrzeugentwicklung und der Stärke zweier Unternehmen mit hoch motivierten und hoch qualifizierten Mitarbeitern.“

Das Geschäft unterliege noch Bedingungen und Behördengenehmigungen und soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. „Opel/Vauxhall wird auch weiterhin von den Urheberrechtslizenzen von GM profitieren, bis die Fahrzeuge in den kommenden Jahren nach und nach auf PSA-Plattformen gebaut werden“, teilten die Unternehmen mit. GM behält einen großen Teil der Pensionsverpflichtungen in seiner Bilanz. Verpflichtungen im Wert von 3 Milliarden Euro werden an PSA übertragen, dies wird aber vollständig von GM finanziert. Ein Teil des Kaufpreises wird auch mit Optionsscheinen auf PSA-Aktionen im Wert von 0,65 Milliarden Euro bezahlt.

Frankreichs Präsident François Hollande hat die Vereinbarung zur Opel-Übernahme als „Geburt eines europäischen Champions der Automobilindustrie“ begrüßt. „PSA, dessen Sanierung heute abgeschlossen ist, beweist mit dieser Operation, dass es jetzt zur Konsolidierung des Autosektors in Europa beitragen kann“, teilte der Élysée-Palast am Montag mit.

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Opel schreibt seit Jahren rote Zahlen

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  • Ich glaube, Opel ist mit dem Ampera gut aufgestellt, um bald durchzustarten.

  • Man sollte bei alle dem bedenken, dass Opel und die Franzosen doch sehr ähnliche (angekratzte-) Kunden haben. Es sind Kunden, die sich normalerweise keinen Volkswagen (Porsche, Bentley und nur in Grenzfällen einen AUDI) kaufen würden.

    Es gibt bei den Fahrzeugen weder ein GUT, noch ein SCHLECHT. Jedes Fahrzeug spricht einen bestimmten und den Herstellern bestens bekannten Kundenkreis an. Volkswagen schneidert daher für jeden Kundenkreis ein spezielles Image-Fahrzeug und besser noch, sie trimmen auch die Mitarbeiter der Töchter so, dass sie zum Kundenkreis passen.

    Die Bentley Mitarbeiter werden gehalten wie ein englischer Lord, obwohl es eine marode Konkurs-Butze war. Nur so ist es möglich, dass die Töchter glaubwürdig vor Kunder sind. Und die Mitarbeiter der Tochter Audi lässt man in dem Glauben, dass sie innovative Ingenieure sind. Aber trotz allem gibt die Mutter VW bei allen Töchtern die Marschrichtung vor.


  • Wenn die Amerikaner verkaufen, sollte man sich Gedanken machen.

    Opel lebt nun von der Hoffnung mit PSA. Mit GM vormals im Rücken dürften die Opelaner nun zukünftig auf den Boden der Tatsachen zurückkommen.

    Das Image war und ist schon sehr lange angekratzt und wird durch die Franzosen garantiert nicht besser. GM hat Opel ganz sicherlich genutzt und die Opelaner haben sich als Weltmarktführer zusammen mit GM mit ihren Mannen präsentiert.

    Das kam auch in der Bevölkerung an. Nur ein Opel ist noch lange kein Mercedes, BMW, Audi oder Porsche. Und Peugeot.....niemals.

    Zumindest nicht in meinem Leben. Und wenn es die Mutter nicht schafft, dann sollte es mit der Tochter auch nicht weit her sein.

    Man wird glauben, hoffen und irgendwann mal wieder bangen.


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