PSA Peugeot will durch Opel-Kauf Milliarden einsparen

Laut Medienbericht wird der Kauf von Opel bis Anfang März über die Bühne gebracht. Bei der Bundesregierung zeigt man sich zufrieden mit den Zusagen von PSA. Der Autobauer könnte durch die Übernahme Milliarden einsparen.
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Der Opel-Deal – Darum will PSA die Übernahme

Der Opel-Deal – Darum will PSA die Übernahme

London/FrankfurtDie Peugeot-Mutter PSA peilt Insidern zufolge durch die anvisierte Opel-Übernahme jährliche Einsparungen in Höhe von 1,5 bis zwei Milliarden Euro an. Die Synergien würden sich im Wesentlichen durch Zusammenführungen in den Bereichen Einkauf und Entwicklung ergeben, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Die Bundesregierung zeigte sich zufrieden mit den PSA-Garantien für Opel. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) soll der Kauf noch in der ersten Märzwoche vollzogen und verkündet werden.

PSA Peugeot Citroen will Opel vom US-Autobauer General Motors kaufen. Nach Bekanntwerden der Übernahmeabsichten wurden vor allem in Deutschland und Großbritannien, wo Opel unter der Marke Vauxhall firmiert, Sorgen über den Erhalt der insgesamt 38.000 GM-Arbeitsplätze in Europa laut. Opel beschäftigt in Deutschland gut 19.000 Menschen und hat neben dem Stammwerk in Rüsselsheim auch Fabriken in Kaiserslautern und Eisenach sowie ein Ersatzteilzentrum in Bochum.

Nähmaschinen, Laubfrosch und ein Raketenantrieb
Die Marke mit dem Blitz - Opel
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Nach jahrelangen Verlusten geht Opel in die Hände von Peugeot. Der Detroiter Mutterkonzern General Motors verkauft seine Rüsselsheimer Tochter an den französischen Konkurrenten. Die über 150 Jahre dauernde Firmengeschichte des deutschen Autobauers ist sowohl von technischen Innovationen und Rekorden, als auch von Erfolgen maßgeblich geprägt. Doch insbesondere in den vergangenen 30 Jahren hat sich diese Erfolgsgeschichte gedreht.

Anfang mit Nähmaschinen
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1862 beginnt Adam Opel in der väterlichen Schlosserwerkstatt mit dem Bau von Nähmaschinen. Hier zu sehen: Adam Opels erste handgefertigte Nähmaschine aus selbigem Jahr.

Opels Markenlogo 1862
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Noch keine Spur vom Opel-Blitz: Das erste Opel-Markenzeichen, 1862 - die Initialen Adam Opels. Das Unternehmen, das inzwischen in sehr unruhiges Fahrwasser geraten ist, versucht auch heute noch ein Image von Traditionalität abzuliefern.

Fahrrad „Velociped“
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Bald folgen Fahrräder. 1886 verlässt das erste „Velociped“ die Fabrik. Die Räder aus Rüsselsheim sind populär. Mitte der 1920er Jahre ist Opel größter Zweiradproduzent der Welt. Längst stellt Opel auch Motorräder her. Hier leistet Wilhelm Opel einem Sportskameraden Starthilfe.

„Patent Motorwagen System Lutzmann“
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Die Geschichte des Automobilbaus beginnt 1899. Opel ist damit – nach Daimler-Benz – der zweitälteste Autohersteller Deutschlands. Der „Patent Motorwagen System Lutzmann“ macht den Anfang.

Erste Eigenkonstruktion: Modell 10/12PS
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Im Herbst 1902 präsentiert Opel dann mit dem Modell 10/12 PS seine erste Eigenkonstruktion. Die Autos finden reißenden Absatz: Bis 1906 haben bereits über 1000 Fahrzeuge die Werkshallen verlassen (Bild ist von ca. 1930).

Zweizylinder-Luxus-Motorrad
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Opel Zweizylinder-Luxus- Motorrad mit 3 1/2 PS und elektromagnetischer Zündung aus dem Jahr 1905.

Frankreichs Wirtschaftsminister Michel Sapin sagte, die geplante Übernahme biete Chancen für alle Seiten, allerdings müsse Rücksicht auf die Arbeitsplatzsorgen genommen werden. Die britische Premierministerin Theresa May wollte noch im Laufe des Mittwoch mit Peugeot-Chef Carlos Tavares am Telefon über die Auswirkungen einer Übernahme auf die britischen Werke sprechen.

Durch die Zusammenlegung des Einkaufs könnten nach Einschätzung des Analysten Dominic O'Brien von Exane BNP Paribas 1,2 Milliarden Euro eingespart werden, 400 Millionen Euro im Bereich Forschung und Entwicklung und 400 weitere Millionen Euro durch den letztendlichen Abbau von 6000 Stellen. Dieser werde wahrscheinlich eher durch natürliche Fluktuation und Freiwilligkeit als durch Kündigungen erzielt.

Die Bundesregierung kündigte an, die geplante Übernahme positiv zu begleiten. Das heiße „zum Beispiel, dass wir zufrieden sind, dass PSA diese Festlegungen getroffen hat“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin und zählte die Standort-, die Investitions-, die Beschäftigungsgarantien durch PSA auf. Zudem begrüße die Regierung die Ankündigung, Opel eigenständig zu lassen.

Die „FAZ“ berichtete vorab aus ihrer Donnerstagausgabe, sowohl GM, als auch Opel selbst und der mögliche Käufer PSA wollten das Geschäft noch vor dem Internationalen Autosalon in Genf vollziehen, der am 6. März beginnt. Obwohl die Verhandlungen bis zur letzten Minute dauern würden, gingen die Beteiligten davon aus, dass das Geschäft nicht mehr scheitere. Alle Seiten hätten ein Interesse am Gelingen der Transaktion.

  • rtr
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  • Die Opel Übernahme durch Peugeot ist höchst ungesund. Die zwei Milliarden Einsparungen werden zwangsläufig auf Kosten der Arbeitnehmer teilweise bei Opel aber hauptsächlich bei den Lieferanten erfolgen. Bei 2 Milliarden sind grosso-modo 30.000 Arbeitsplätze gefährdet. Die französischen Gewerkschaften werden wie immer sorgen dass die ganzen Kosten zu Lasten der Deutschten abgewälzt werden. Streiks sind programiert.

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