PSA und GM Peugeot-Verwaltungsrat stimmt Opel-Kauf zu

Der Verwaltungsrat des französischen PSA-Konzerns hat Insidern zufolge am Freitag grünes Licht für eine Opel-Übernahme gegeben. Der Kauf solle am frühen Montagmorgen bekanntgegeben werden.
Update: 03.03.2017 - 19:31 Uhr 1 Kommentar
Der Deal soll am Montag verkündet werden. Quelle: Reuters
Opel

Der Deal soll am Montag verkündet werden.

(Foto: Reuters)

Paris/Rüsselsheim/HamburgDie Opel-Übernahme scheint unter Dach und Fach: Der Verwaltungsrat des französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroen hat Insidern zufolge am Freitag grünes Licht für die Übernahme gegeben, wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Der Kauf solle am Montagmorgen bekanntgegeben werden, sagte einer der Insider. Sprecher von PSA und Opel lehnten eine Stellungnahme ab.

Der französische Staat ist mit rund 14 Prozent an PSA beteiligt, die Regierung ist im Aufsichtsrat vertreten. Im Umfeld des Opel-Aufsichtsrats wurde bestätigt, dass Montag der Stichtag sei.

PSA will mit Opel in den Besitz einer deutschen Marke gelangen, was Käuferschichten erschließen kann, die nicht für französische Marken zu haben sind. Die Verhandlungen waren sehr komplex, weil es nicht nur um finanzielle Fragen wie den Kaufpreis und die Behandlung der Pensionsverpflichtungen von Opel und Vauxhall ging. PSA und GM mussten sich auch darüber einigen, zu welchen Konditionen Opel die GM-Patente weiter nutzen darf, die für die laufenden Modelle notwendig sind.

PSA-Chef Carlos Tavares und GM-Chefin Mary Barra mussten sich auch über die Marktabgrenzung verständigen. Tavares will in absehbarer Zukunft auf den US-Markt, GM hat es Opel aber bislang verboten, dort aufzutreten. Geklärt werden musste auch, ob und unter welchen Bedingungen Opel in Asien antreten darf – und dort in Konkurrenz zu GM tritt.

PSA hat in Europa einen Marktanteil von rund zehn Prozent, Opel kommt auf 6,6 Prozent. Die neue Gruppe würde deutlich am Konkurrenten Renault vorbeiziehen und hätte vier Marken im Angebot: Peugeot, Citroën, DS und Opel. Tavares hatte nach der Vorstellung der PSA-Resultate im Februar erläutert, dass ihn sowohl die Marke Opel als auch die Möglichkeit interessiere, stärker auf den wichtigen deutschen Markt zu kommen.

Wer ist PSA?
Zukäufe
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Zuvor hatte die französische Wirtschaftszeitung „Les Echos“ berichtet, Peugeot-Citroën wolle die Kontrolle Protons übernehmen. Das Unternehmen stehe seit Monaten zum Verkauf. Mit schnellen Entscheidungen ist laut Sprecher nicht zu rechnen – mit Blick auf den Zeitplan sprach er in allgemeiner Form von „mehreren Wochen“.

International aufgestellt?
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Bei PSA war in der Vergangenheit häufiger bemängelt worden, dass sich die Franzosen zu sehr auf den europäischen Markt konzentriert hätten und nicht ausreichend in Asien präsent seien. Doch auch in Asien will der potenzielle Opel-Käufer aufholen: Wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, ist PSA auch am asiatischen Hersteller Proton in Malaysia interessiert.

Angeblich sauber
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Unlängst schaltete die französische Antibetrugsbehörde nach Untersuchungen zu Diesel-Abgasen bei PSA die Justiz ein. Ein entsprechendes Dossier ging an die Staatsanwaltschaft. Es liegt nun an der Justiz, über eventuelle Folgen zu entscheiden. Der Konzern betonte, er habe seine Fahrzeuge niemals mit Betrugs-Software ausgestattet.

Großkonzern
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Der Umsatz betrug im vorvergangenen Jahr 54,7 Milliarden Euro; neuere Jahreszahlen liegen nicht vor. Der Konzern beschäftigte 184.000 Mitarbeiter.

China mit drin
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Auch der staatlich kontrollierte chinesische Hersteller Dongfeng stieg 2014 bei dem Traditionsunternehmen mit 14 Prozent ein. Der Einfluss der Peugeot-Familie sank im Zuge der Sanierung hingegen beträchtlich.

Sanierer als Konzernchef
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Carlos Tavares fuhr in den vergangenen Jahren einen harten Sanierungskurs – unter anderem mit Werkschließungen und Jobabbau. Um das vor drei Jahren stark angeschlagene Unternehmen zu retten, schoss unter anderem der französische Staat Geld zu und hielt zuletzt rund 14 Prozent der Anteile.

Staatskonzern auf Platz 3.
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Der vom Staat gestützte französische Autobauer PSA Peugeot Citroën hat im vergangenen Jahr weltweit über 3,1 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Der französische VW-Konkurrent mit den Marken „Peugeot“, „Citroën“ und „DS“ sah sich in Europa länger als Branchenzweiter. Im vergangenen Jahr schnitt aber Renault laut Branchenverband Acea etwas besser ab als PSA und schob sich hinter Volkswagen auf Platz Zwei.

In Rüsselsheim tagte am Freitag die turnusmäßige Opel-Betriebsversammlung, die schon seit einigen Wochen geplant war. Firmenchef Karl-Thomas Neumann betonte die Chancen des Deals. Über Details könne er noch nicht sprechen, da noch kein unterschriftsreifer Vertrag vorliege. Nach einer Dreiviertelstunde wurde die Sitzung unterbrochen. Ein formaler Akt, um am Montag erneut tagen zu können. Die Betriebsversammlung soll nun am Montag um 9.45 Uhr auf dem Werksgelände in Rüsselsheim fortgesetzt werden. Sie wird dort in einer alten Fabrikhalle stattfinden, dem K48. Dort passen mehrere tausend Menschen hinein. Der Betriebsrat hat mittlerweile eine schriftliche Einladung „zur Fortsetzung der unterbrochenen Betriebsversammlung“ an die Mitarbeiter verschickt. Dann dürfte klar sein, wie der Verkauf ablaufen soll.

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1 Kommentar zu "PSA und GM: Peugeot-Verwaltungsrat stimmt Opel-Kauf zu"

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  • So ist es richtig, das Kapital fließt in die USA und zurück bleiben in der EU die Schrottfirmen. Das ist Wirschaftspolitik vom Feinsten, ich sehe neue Oasen
    mit Dividenden-Bäume für die Finken. Ha Ha Ha

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