Puma-Übernahme
PPR, der unbekannte Luxusriese

Der französische Luxus- und Handelskonzern PPR ist neuer Großaktionär von Puma und möchte das Unternehmen am liebsten ganz besitzen. Der deutsche Sportartikler ist begeistert von der Idee, kann er doch unter das Dach eines fast acht Mal so großen Unternehmens schlüpfen und dabei seine Eigenständigkeit in weiten Teilen bewahren. Doch was ist dieses PPR eigentlich?

HB/ali HERZOGENAURACH. „Der Vorstand ist davon überzeugt, dass PPR der ideale Partner für Puma ist“, sagte Puma-Chef Jochen Zeitz am Dienstagmorgen. Beide Unternehmen ergänzten sich exzellent. Mit dem Einstieg PPRs erhalte Puma die Unterstützung eines finanzstarken und führenden internationalen Konzerns, hieß es in einer Mitteilung. Puma stellt Sport- und Lifestyle-Artikel her; PPR besitzt mehrere Luxusmarken und hat ein zweites Standbein im Handel.

PPR hat die Beteiligung des bisherigen Puma-Hauptaktionärs, der Mayfair Beteiligungsfondsgesellschaft der Tchibo-Erben Herz, gekauft. Damit halten die Franzosen 27,14 Prozent an Puma. Den übrigen Aktionären soll ein Übernahmeangebot zum Preis von 330 Euro pro Aktie gemacht werden. Zeitz bezeichnete das Angebot als fair. Der Vorstand werde den Aktionären das Angebot empfehlen.

Der Vorstandschef von PPR, François-Henri Pinault, erklärte, man garantiere den Fortbestand von Puma als eigenständiges Unternehmen im Verbund der PPR-Gruppe. Es seien keine Personalveränderungen geplant. Auch die weltweiten Standorte von Puma sowie die drei Firmenzentralen in Herzogenaurach, Hongkong und Boston sollten ihre volle Eigenständigkeit behalten.

Wer PPR ist

Der französische Mischkonzern PPR (das Kürzel steht für die Namen Pinault-Printemps-Redoute) ist das Kern-Asset der Milliardärsfamilie Pinault. Der Luxus-und Handelskonzern wird von Francois-Henri Pinault in zweiter Generation geführt. Sein Vater, Francois Pinault, hatte das Unternehmen von einem kleinen Holzhändler zu einem Weltkonzern aufgebaut. Im vergangangen Jahr setzte PPR knapp 18 Mrd. Euro um (plus 5,9 Prozent) und machte 1,3 Mrd. Euro operativen Gewinn (plus 20 Prozent). 565 Mill. Euro davon stammen von den Luxus-Töchtern, allen voran der Marke Gucci. 759 Mill. Euro des operativen Gewinns hat PPR mit den Handelstöchtern verdient: Fnac (Medienkaufhaus, vergleichbar mit Media-Markt), Conforama (Möbel), CFAO (Handel, vor allem mit Afrika).

In jüngster Zeit hat sich PPR verstärkt aus einigen renditeschwachen Handelsaktivitäten zurück gezogen. Der Konzern verkaufte den Elektrohändler Rexel an Beteiligungsfonds, im vergangenen Juni trennte sich das Unternehmen von den bekannten Printemps-Kaufhäusern für etwas mehr als 1 Mrd. Euro, die zum Teil von einer Deutschen-Bank-Tocher übernommen wurden. Aktuell hat PPR weltweit 78 000 Mitarbeiter in 75 Ländern und setzte 2006 rund 17,9 Mrd. Euro um.

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