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15.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 13:04 Uhr 

Technisch ist das „Bluecar“ Bollorés anspruchsvoller als das Luftauto von MDI. Eine Firma baut die eigens entwickelten Batterien auf Basis der Lithium-Polymer-Technologie. „Sie können hohe Leistung schnell abgeben, laden schnell wieder auf und bergen dabei keinerlei Explosionsgefahr“, zählt Alix die Vorzüge der Bolloré-Batterien auf. Lithium-Ionen-Akkus, die große Autokonzerne wie Peugeot in ihre E-Autos packten, könnten ja Feuer fangen. In die Entwicklung hat die Bolloré-Gruppe laut Alix fast 200 Millionen Euro gesteckt.

Im Hof des Testzentrums steht das Ergebnis: das „Bluecar“. Der gut drei Meter lange, blau lackierte Kleinwagen hängt gerade an der Steckdose – tanken. Eine Ladung soll für bis zu 250 Kilometer reichen.

Die Batterien stecken im Wagenboden. So bleibt Raum für bis zu fünf Passagiere. Von außen sieht das Bluecar den Kastenwagen à la Renault Kangoo oder Citroën Berlingo ähnlich; die Kunststoffkarosserie ist nur deutlich runder. Innen geht es edel zu: blau-creme-farbenes Leder überall.

Testfahrt. Beim Einschalten des Wagens geschieht – nichts. Nur die Pumpe für den Bremskraftverstärker dröhnt. Der Prototyp hat noch keine Schallisolierung.

Beim Fahren beschleunigt das Bluecar flott. Mühelos erreicht der Stromflitzer 60 km/h; mehr lässt der Verkehr heute nicht zu. Die 41 PS sollen bis zu 125 km/h schaffen. Gewöhnungsbedürftig ist, dass das Bluecar beim Gaswegnehmen nicht wie ein Benzinauto langsamer wird. Wer langsamer fahren will, muss bremsen.

Bei Pininfarina in Italien sollen nächstes Jahr die Serienfahrzeuge produziert werden, die auch unter dem Namen Pininfarina verkauft werden sollen, schließlich hat das Unternehmen in der Autoszene einen klangvollen Namen – etwa als Designer für Ferrari.

„Es gibt einen Markt für 100 Prozent saubere Autos“, ist sich Bolloré-Manager Alix sicher. Über den Preis eines Bluecars schweigt er sich aber aus. Wegen der teuren Batterien sollen die Autos nicht verkauft, sondern vermutlich verleast werden – von Raten von rund 500 Euro pro Monat ist die Rede. Auf den Einwand, dass das doch recht happig sei, entgegnet Alix schnell: „Dafür sind die Betriebskosten extrem gering, denn Strom kostet nur ein Zehntel des Benzinspreises.“ Nun ja.

Dafür sind die „Absatz“-Ziele von Bollorés viel bescheidener als die von MDI: Nur einige Hundert Bluecars wollen Bolloré und Pininfarina ab 2009 verkaufen. Alles weitere wird man sehen.

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